Mit der SMART-Methode Ziele klar formulieren

Die SMART-Methode hilft dabei, größere Vorhaben in konkrete und überprüfbare Ziele zu übersetzen.
Drei Personen vor einem Whiteboard auf dem SMART geschrieben ist.
Die SMART-Methode kann Lehrkräften helfen, größere Aufgaben wie die Entwicklung von Unterrichtsmaterialien oder die Erprobung neuer Methoden überschaubarer zu machen. © FWU / KI generiert

Eine neue Unterrichtsreihe entwickeln, digitale Materialien erproben oder eine Unterrichtsmethode systematisch einführen: Im Arbeitsalltag von Berufsschullehrkräften gibt es viele Vorhaben, die sich nicht an einem Nachmittag erledigen lassen. Häufig bleibt zunächst offen, was genau erreicht werden soll und bis wann. Die SMART-Methode unterstützt dabei, solche Vorhaben zu konkretisieren und überschaubar zu planen.

SMART steht für fünf Kriterien, die ein gut formuliertes Ziel erfüllen sollte: spezifisch, messbar, aktivierend, realistisch und terminiert. Das Konzept geht auf den Managementberater und Unternehmer George T. Doran zurück, der es 1981 in seinem Fachartikel „There’s a S.M.A.R.T. way to write management’s goals and objectives“ (Management Review. Band 70, Nr. 11) vorstellte. Die Methode wird heute vor allem im Projektmanagement und bei der Planung von persönlichen Zielen eingesetzt.

Was bedeutet SMART?

Die fünf Buchstaben geben eine Orientierung für die Zielformulierung:

S – Spezifisch

Ein Ziel sollte möglichst konkret und eindeutig formuliert sein. Statt „Ich möchte meinen Unterricht verbessern“ ist beispielsweise klarer: „Ich möchte eine neue Methode zur Aktivierung der Schülerinnen und Schüler in meinem Unterricht erproben.“

M – Messbar

Es sollte erkennbar sein, woran sich die Zielerreichung überprüfen lässt. Das muss nicht immer eine Zahl sein. Auch qualitative Kriterien wie Rückmeldungen oder Beobachtungen können helfen, Fortschritte einzuschätzen. Im genannten Beispiel könnte das bedeuten, die neue Methode in zwei Unterrichtsstunden einzusetzen und anschließend die Rückmeldungen der Schülerinnen und Schüler auszuwerten.

A – Aktivierend

Das formulierte Ziel sollte ansprechend und erstrebenswert sein. Wer einen persönlichen Nutzen darin sieht und sich mit dem Vorhaben identifizieren kann, ist eher motiviert, es umzusetzen. Im Beispiel könnte der persönliche Anreiz darin liegen, die Beteiligung der Schülerinnen und Schüler am Unterricht zu erhöhen.

R – Realistisch

Das Ziel muss mit den verfügbaren zeitlichen und organisatorischen Ressourcen erreichbar sein. Ein ambitioniertes Vorhaben darf herausfordernd sein, sollte aber nicht von vornherein an fehlender Zeit oder Unterstützung scheitern. Eine einzelne Methode in zwei Unterrichtsstunden zu erproben, ist eher realistisch, als gleich den gesamten Unterricht umzustellen.

T – Terminiert

Ein konkreter Zeitrahmen oder ein festgelegter Abschlusstermin hilft, das Vorhaben im Blick zu behalten. So wird aus einer unverbindlichen Absicht ein planbares Ziel. Für das Beispiel könnte ein konkreter Termin lauten: „Ich erprobe die Methode bis zum Ende des nächsten Monats in zwei Unterrichtsstunden und werte anschließend die Rückmeldungen aus.“

SMART in der Praxis: Ein größeres Vorhaben konkretisieren

Die fünf Kriterien lassen sich auch auf andere umfangreichere Vorhaben übertragen. Wie aus einer allgemeinen Absicht ein konkretes Ziel wird, zeigt das folgende Beispiel: Das Vorhaben „Ich möchte digitale Unterrichtsmaterialien entwickeln“ ist zunächst sehr allgemein. Mit den SMART-Kriterien lässt es sich präzisieren: „Bis zum Ende des Schulhalbjahres entwickle ich drei digitale Lernbausteine für eine Unterrichtseinheit im Lernfeld XY, erprobe sie in einer Klasse und werte anschließend die Rückmeldungen der Schülerinnen und Schüler aus.“

Das Ziel ist konkret, weil es die geplanten Materialien und ihren Einsatz benennt. Die Anzahl der Lernbausteine und die Auswertung der Rückmeldungen machen den Fortschritt überprüfbar. Das Vorhaben hat einen erkennbaren Nutzen für den eigenen Unterricht und ist mit einem festgelegten Zeitrahmen verbunden. Ob es realistisch ist, hängt davon ab, wie viel Zeit neben Unterricht, Korrekturen und weiteren Aufgaben tatsächlich zur Verfügung steht.

Die SMART-Formulierung macht außerdem deutlich, welche Schritte für die Umsetzung nötig sind: Themen und Lernziele festlegen, Materialien erstellen, den Einsatz vorbereiten und Rückmeldungen auswerten. Aus einem größeren Vorhaben wird so ein Projekt mit überschaubaren Arbeitsschritten.

Ziele gemeinsam festlegen und regelmäßig prüfen

Ein SMART formuliertes Ziel schafft zunächst Klarheit darüber, was erreicht werden soll. Für die Umsetzung müssen anschließend einzelne Aufgaben und Zwischenziele festgelegt werden. Je nach Vorhaben sind weitere Konkretisierungen nötig. Neben dem Zeitrahmen können beispielsweise auch verfügbare Ressourcen, technische Voraussetzungen oder ein bestimmtes Budget eine Rolle spielen.

Bei der Zusammenarbeit mit mehreren Personen ist es hilfreich, Ziele nicht einfach vorzugeben, sondern gemeinsam zu vereinbaren. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass sich alle Beteiligten mit dem Vorhaben identifizieren und die Ziele als erreichbar einschätzen. Gerade bei gemeinsamen Projekten an der Schule sollten deshalb auch die verfügbaren zeitlichen und organisatorischen Ressourcen berücksichtigt werden.

Regelmäßige Überprüfungen helfen dabei, den Fortschritt einzuschätzen und bei Bedarf nachzusteuern. Haben sich die Rahmenbedingungen verändert oder dauert ein Arbeitsschritt länger als geplant, können Umfang und Zeitrahmen angepasst werden. So bleibt das Ziel realistisch und orientiert sich am tatsächlichen Verlauf des Vorhabens.

Nicht zu viele Ziele gleichzeitig verfolgen

Viele Lehrkräfte müssen sich im Schulalltag mehreren Projekten parallel widmen. Dabei beansprucht jedes zusätzliche Ziel auch Zeit und Aufmerksamkeit. Deshalb ist es sinnvoll, die eigenen Vorhaben bewusst zu begrenzen und möglichst nacheinander zu bearbeiten, statt zu viele Projekte gleichzeitig voranzutreiben.

Die SMART-Methode gibt zwar keine Prioritäten vor und garantiert auch nicht, dass ein Ziel erreicht wird, sie hilft aber, vage Absichten in konkrete Vorhaben zu verwandeln. In Verbindung mit anderen Zeitmanagement-Methoden lässt sich die Umsetzung noch weiter strukturieren. Die Eisenhower-Matrix unterstützt beispielsweise bei der Priorisierung und Timeboxing hilft dabei, feste Zeitfenster für einzelne Arbeitsschritte einzuplanen. 

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HubbS-Redaktion
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