Mit der ALPEN-Methode den Arbeitstag perfekt meistern
Unterricht vorbereiten und durchführen, Prüfungen korrigieren oder Absprachen mit Ausbildungsbetrieben treffen – der Arbeitsalltag an beruflichen Schulen umfasst zahlreiche unterschiedliche Aufgaben. Häufig kommt im Laufe des Tages noch Unerwartetes hinzu: eine Vertretungsstunde, ein spontanes Gespräch oder organisatorische Änderungen. Eine To-do-Liste reicht deshalb oft nicht aus, um den Überblick zu behalten.
Die ALPEN-Methode hilft dabei, den Arbeitstag strukturiert und realistisch zu planen sowie eine Überlastung durch zu viele gleichzeitig eingeplante Aufgaben zu vermeiden. Entwickelt wurde sie 1995 vom Zeitmanagement-Experten Prof. Dr. Lothar Seiwert (siehe u. a. Seiwert, L. J. (2014). Das 1x1 des Zeitmanagements. Gräfe und Unzer). Der Name der Methode setzt sich aus den Anfangsbuchstaben der fünf Planungsschritte zusammen: Aufgaben notieren, Länge schätzen, Pufferzeiten einplanen, Entscheidungen treffen und Nachkontrolle durchführen.
Die ALPEN-Methode in fünf Schritten
- Aufgaben notieren:
Zu Beginn werden alle anstehenden Aufgaben notiert. Dazu gehören sowohl größere Aufgaben wie die Vorbereitung einer Unterrichtseinheit als auch kleinere organisatorische Tätigkeiten. - Länge schätzen:
Anschließend wird für jede Aufgabe möglichst realistisch eingeschätzt, wie viel Zeit sie voraussichtlich benötigt. Gerade bei Korrekturen, der Materialrecherche oder organisatorischen Absprachen kann es passieren, dass der tatsächliche Zeitaufwand unterschätzt wird. - Pufferzeiten einplanen:
Ein wesentlicher Bestandteil der ALPEN-Methode ist das Einplanen von Pufferzeiten. Der Arbeitstag sollte nicht vollständig mit Aufgaben gefüllt werden. Vielmehr empfiehlt Seiwert, nur etwa 60 Prozent der verfügbaren Arbeitszeit fest zu verplanen und rund 40 Prozent als Reserve für spontane Aufgaben, Unterbrechungen oder Verzögerungen freizuhalten. Gerade im Schulalltag schafft dies die notwendige Flexibilität. - Entscheidungen treffen:
Im nächsten Schritt werden Prioritäten gesetzt. Nicht jede Aufgabe muss sofort erledigt werden. Es lohnt sich zu überlegen, welche Aufgaben heute abgeschlossen werden müssen und welche auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden können. Gegebenenfalls können Aufgaben auch bewusst verschoben oder (sofern möglich) delegiert werden. Hier kann beispielsweise die Eisenhower-Matrix eine sinnvolle Ergänzung sein. - Nachkontrolle durchführen:
Am Ende des Arbeitstages folgt die Nachkontrolle. Dabei wird überprüft, welche Aufgaben erledigt wurden, wie realistisch die Zeitplanung war und welche Erfahrungen für die Planung des nächsten Tages genutzt werden können. Offene Aufgaben werden in die Planung des nächsten Arbeitstages übernommen. Durch die Reflexion lässt sich die eigene Arbeitsorganisation Schritt für Schritt verbessern.
Warum die ALPEN-Methode funktioniert
Die ALPEN-Methode verbindet mehrere bewährte Prinzipien des Zeitmanagements. Sie unterstützt dabei, den tatsächlichen Zeitbedarf besser einzuschätzen, Prioritäten bewusst zu setzen und genügend Freiräume für unvorhergesehene Ereignisse einzuplanen. Gleichzeitig fördert die regelmäßige Nachkontrolle die Reflexion des eigenen Arbeitsverhaltens. Wer seine Planung regelmäßig überprüft, erkennt schneller wiederkehrende Zeitfresser und kann zukünftige Arbeitstage realistischer gestalten.
Gerade im Schulalltag bietet die Methode einen Vorteil: Sie berücksichtigt, dass sich nicht jeder Tag vollständig planen lässt. Statt einen lückenlosen Terminplan zu erstellen, schafft sie einen ausgewogenen Rahmen zwischen Planung und Flexibilität.
Gut kombinierbar mit anderen Methoden
Die ALPEN-Methode lässt sich gut mit anderen Zeitmanagement-Methoden verbinden. Die Eisenhower-Matrix hilft dabei, Aufgaben nach ihrer Wichtigkeit und Dringlichkeit zu priorisieren. Anschließend können die wichtigsten Aufgaben mithilfe der ALPEN-Methode realistisch auf den Arbeitstag oder auf einen späteren Zeitpunkt verteilt werden. Werden dafür feste Zeitfenster im Kalender reserviert, ergänzt Timeboxing die Planung. Innerhalb dieser Zeitblöcke kann wiederum die Pomodoro-Technik unterstützen, konzentriert und ohne Ablenkungen zu arbeiten.
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