Effizientere Unterrichtsvorbereitung mit der Pomodoro-Technik

Wir stellen Ihnen eine einfache Zeitmanagement-Methode vor, die Sie dabei unterstützt, fokussierter und effizienter zu arbeiten.
Ein Schreibtisch mit einem Laptop, Timer und Schreibutensilien. Dazu eine Grafik, über die Pomodoro-Technik.

Viele Lehrkräfte beruflicher Schulen kennen das Problem: Der Unterrichtstag ist vorbei, doch der Feierabend noch lange nicht in Sicht. Stattdessen folgen Unterrichtsvorbereitung, Korrekturen, Abstimmungen mit den Ausbildungsbetrieben und andere organisatorische Aufgaben. Häufig werden daraus mehrere Stunden konzentrierter Schreibtischarbeit – oft mit sinkender Produktivität. Genau hier setzt die Pomodoro-Technik an: eine einfache Zeitmanagement-Methode, die dabei helfen kann, fokussierter und effizienter zu arbeiten.

Ausgereiftes Zeitmanagement

Die Pomodoro-Technik wurde Ende der 1980er-Jahre von dem italienischen Unternehmer und Autor Francesco Cirillo entwickelt. Der Name geht auf einen tomatenförmigen Küchen-Timer zurück, mit dem Cirillo während seines Studiums arbeitete. Die Methode basiert auf einem klar strukturierten Zeitkonzept:

  1. Die Aufgaben werden schriftlich formuliert und priorisiert.
  2. Der Wecker wird auf 25 Minuten gestellt.
  3. Es wird nur an einer Aufgabe gearbeitet, bis der Wecker klingelt.
  4. Danach folgt eine kurze Pause von fünf Minuten.
  5. Anschließend beginnt die nächste Pomodoro-Einheit.
  6. Nach jeweils vier Pomodoro-Einheiten folgt eine längere Pause von 15 bis 20 Minuten.
     

Für ein erfolgreiches Arbeiten mit der Methode sind Planung, Nachverfolgung, Dokumentation, Bearbeitung und Visualisierung zentrale Elemente. In der Planungsphase werden die Aufgaben nach Priorität in eine Liste für den aktuellen Tag geschrieben. Dabei wird der jeweilige Aufwand abgeschätzt. Sobald eine Aufgabe erledigt ist, wird sie durchgestrichen, was ein Erfolgsgefühl erzeugen kann. Ziele der Methode sind es, konzentrierter zu arbeiten, Abschweifungen zu vermeiden und durch regelmäßige Pausen schneller neue Energie zu gewinnen. Die Pausen müssen nicht zwangsläufig aus vollständigem Nichtstun bestehen. Auch leichte Tätigkeiten wie kurze Bewegungseinheiten, das Ordnen von Unterlagen oder andere weniger anspruchsvolle Aufgaben können zur mentalen Entlastung beitragen. 

Struktur gegen Aufschieben

Bei der Fülle an unterschiedlichen Aufgaben, die Lehrkräfte bewältigen müssen, kann es immer wieder vorkommen, dass Arbeiten aufgeschoben werden – insbesondere dann, wenn Umfang oder Struktur zunächst unübersichtlich erscheinen. Dieses Phänomen wird Prokrastination genannt. Hier kann die Pomodoro-Technik helfen, größere Tätigkeiten besser zu strukturieren. Statt eine umfangreiche Aufgabe als einen großen Block wahrzunehmen, wird sie in kleinere, überschaubare Teilaufgaben zerlegt. Dadurch werden größere Arbeiten überschaubarer und der Einstieg fällt leichter. Gleichzeitig unterstützt die Methode dabei, den Fokus stärker auf das Wesentliche zu richten, statt sich in Details zu verlieren.

Flexible Anwendung im Schulalltag

Die Pomodoro-Technik muss nicht starr umgesetzt werden. Manche Lehrkräfte arbeiten lieber mit kürzeren Intervallen, andere bevorzugen längere Fokusphasen. Entscheidend ist weniger die genaue Zeitvorgabe als der bewusste Wechsel zwischen konzentrierter Arbeit und Erholung. Zudem variiert die individuelle Konzentrationsfähigkeit: Während einige bereits nach kurzen Arbeitsphasen eine Pause benötigen, können andere über längere Zeiträume hinweg fokussiert arbeiten. Auch produktive Arbeitsphasen müssen nicht zwangsläufig unterbrochen werden, nur weil ein Timer endet.

Gleichzeitig stößt die Methode im schulischen Alltag an praktische Grenzen. Feste Arbeits- und Pausenzeiten lassen sich im Unterricht, in Gesprächen mit Schülerinnen und Schülern oder in organisatorischen Abläufen nur bedingt einhalten. Auch E-Mails, Telefonate oder kurzfristige Abstimmungen erfordern oft spontane Reaktionen und unterbrechen geplante Arbeitsstrukturen. 

Daher sollte die Pomodoro-Technik nicht als starres System verstanden werden, sondern als flexibler Orientierungsrahmen, der an die jeweiligen Arbeitsbedingungen und individuellen Bedürfnisse angepasst werden kann. Gerade im Berufsalltag von Lehrkräften kann dies dazu beitragen, die eigene Leistungsfähigkeit langfristig zu erhalten.

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HubbS-Redaktion
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