In einem spannenden, interaktiven Workshop über Blended Learning an beruflichen Schulen blickte Anna van Meegen zusammen mit dem Publikum zunächst zurück auf die Zeit der Pandemie: Die Lehrkräfte sollten darüber nachdenken, welche Erfahrungen sie mit dem Distanzunterricht gemacht haben. Gibt es Potenziale, die man damals entdeckt hat? Was wird fortgeführt, was ist verloren gegangen? Und schließlich: Was würden sie gerne verstetigen oder neu ausprobieren? Das ist der spannende Ansatz des Schulversuchs Blending4Futures, das den Hintergrund zu dem Workshop bildete: Erprobte gute Praxis und didaktische Prinzipien sollen nicht verloren gehen, sondern zusammengetragen und mit allen Lehrkräften geteilt werden.
Neun Berliner Oberstufenzentren sind an dem Entwicklungs- und Forschungsprojekt der Humboldt Universität beteiligt, bei dem untersucht wird, wie Lernende in der beruflichen Bildung am besten selbstgesteuert digitale, fachliche und methodische Kompetenzen aufbauen können. Außerdem wird geschaut, welche schulorganisatorischen Rahmenbedingungen gebraucht werden, um die dafür notwendigen Prozesse zu unterstützen.
Im Workshop wurde anschließend gemeinsam Fortsetzungswürdiges gesammelt: Zugang zu digitalen Materialien, Nutzung kollaborativer Tools zum Kompetenzerwerb, Web-based Trainings, Learning Snacks, digitale Sprechstunden, Austauschplattformen für Lehrende und Lernende, selbstgesteuerte Lernmodule, digitale Medien in den Unterricht mit einbeziehen, weniger Outputorientierung und mehr Lernbegleitung.
Mit diesen Fragestellungen haben vermutlich auch die Berliner Oberstufenzentren ihre Arbeit im Projekt begonnen. Schließlich wurden von ihnen diese neun didaktischen Prinzipien für Blended Learning entwickelt:
- Die Digitalität der Arbeits- und Lebensgestaltung zum Bildungsanliegen machen
- Der Gegenständlichkeit und Persönlichkeit beruflicher Praxis „Raum“ geben
- Ganze Tage und/oder Randstunden für selbstorganisiertes Lernen blocken
- Die Betreuungsqualität durch asynchrone Angebote erhöhen
- Freiheiten nicht als „Belohnung“, sondern als Erfahrungsraum gewähren
- Durch Kooperation unter Lehrkräften Unterricht stundenübergreifend gestalten
- Vom Lernprozess ausgehend Freiheitsgrade in Ort und Zeit bestimmen
- Unterricht in thematischen Modulen bündeln und flexibilisieren
- Digitale Kompetenzen curricular verankern
Anna van Meegen hat Hintergrundinformationen zu diesen didaktischen Prinzipien in einem Miro-Board zusammengefasst, in dem sie mehr dazu erfahren können. Durch Klick auf den blauen Pfeil neben der Überschrift im Miro-Board gelangen Sie zu den Erläuterungen der Prinzipien.
Erste Ergebnisse des Schulversuchs
Im zweiten Teil des Workshops stellten dann Lehrkräfte des Oberstufenzentrums Lotis aus Berlin ihre Erkenntnisse aus dem Entwicklungs- und Forschungsprojekt vor: Sie möchten Schule gerne hinterfragen und neu denken. Über allem steht für sie die Frage: Wie können wir wieder zum richtigen Lernprozess kommen?
Nicht funktioniert haben folgende Ansätze:
- Hier habt ihr einen Laptop und nun macht mal. Die Schülerinnen und Schüler müssen auch beim digitalen Lernen begleitet werden.
- Ein Homeschooling- und Präsenz-Mix, ohne den Lernprozess anzupassen. Besser ist es, wenn sich die Schülerinnen und Schüler individuell ausprobieren können und die Lehrkräfte Begleitende sind.
- Den Schülerinnen und Schülern einfach einen Freiarbeitsblock geben. Es wurde nur gespielt. Freiheit muss aber auch gestaltet werden.
Lehrkräfte brauchen Instrumente, um Schülerinnen und Schüler abzuholen, wo sie sind, und dann begleiten zu können beim selbstständigen Lernen und Reflektieren. Als ein gut funktionierendes Instrument hierfür hat sich an der OSZ Lotis das Lernjournal erwiesen. Darin können sich die Jugendlichen Ziele setzen und Notizen machen zum eigenen Lernprozess und zur Optimierung des Lernmanagements. Man muss den Jugendlichen aber zunächst erklären, wozu sie es brauchen, weil es zusätzliche Arbeit für sie ist und sich der Nutzen erst im Prozess zeigt. Aber der Mehrwert wird dann schnell erkannt und wertgeschätzt.
Der Schulversuch Blending4Futures läuft noch bis 2026. Auf der Website des Berliner Senats finden Sie weiterführende Informationen zum Projekt und den beteiligten Schulen.
Das Neutralitätsgebot verpflichtet staatliche Organe und Bedienstete, unparteiisch zu handeln und keine politische Partei zu bevorzugen oder zu benachteiligen. Insbesondere rechtsextreme Kreise deuten das Neutralitätsgebot für Lehrkräfte so, dass Meinungsäußerung und kritische Auseinandersetzung mit Parteien im Unterricht nicht erlaubt seien. Damit wollen sie Druck und Unsicherheit aufbauen sowie die kritische Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus im Unterricht verhindern. Dabei ist das falsch: Lehrkräfte müssen sich antidemokratischen Haltungen gegenüber nicht neutral verhalten. Im Gegenteil – sie haben als Beamte und Angestellte des Staates bzw. eines Landes die Verpflichtung, für die freiheitlich-demokratische Grundordnung und die Verfassung einzutreten.
Berufsschullehrkräfte stehen vor der Herausforderung, Lernende mit unterschiedlichen sozialen, kulturellen und weltanschaulichen Hintergründen zu begleiten und ihnen nicht nur fachliche, sondern auch gesellschaftliche Orientierung bieten zu müssen. In der beruflichen Bildung treffen betriebliche und schulische Realitäten, wirtschaftliche Interessen und persönliche Wertvorstellungen aufeinander – ein Spannungsfeld, in dem Neutralität nicht mit Meinungsenthaltung verwechselt werden darf. Vielmehr geht es um die Fähigkeit, Pluralität didaktisch bewusst zu gestalten und Urteilsfähigkeit zu fördern.
Zum rechtlichen Hintergrund
Das Verhalten von Lehrkräften im politischen Kontext wird im Wesentlichen von Beamtenrecht, Grundgesetz und Landesverfassung bestimmt.
Beamtenrecht
Viele Lehrkräfte an beruflichen Schulen sind verbeamtet und unterliegen somit dem Beamtenstatusgesetz und dem Bundesbeamtengesetz. Beide besagen, dass Beamtinnen und Beamte dem ganzen Volk, und nicht einer Partei dienen. Daher müssen sie Ihre (Lehr-)Tätigkeit auch unparteiisch erfüllen. Sie sind außerdem verpflichtet, für die Erhaltung der freiheitlichen demokratischen Grundordnung einzutreten und ihr Verhalten danach ausrichten. Beamtinnen und Beamten ist außerdem geboten, bei politischer Betätigung Mäßigung und Zurückhaltung zu wahren (vgl. Gesetze im Internet: BeamtStG § 33 und Gesetze im Internet: BBG § 60, aufgerufen im Februar 2026).
Öffentlicher Dienst der Länder
Nicht-verbeamtete Lehrkräfte werden in den Allgemeinen Arbeitsbedingungen in § 3 des Tarifvertrags der Länder ebenfalls dazu verpflichtet, sich in ihrem gesamten Verhalten zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung zu bekennen (vgl. PDF Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst der Länder (TV-L) vom 12. Oktober 2006 in der Fassung des Änderungstarifvertrages Nr. 13 vom 9. Dezember 2023).
Schulrecht
Das Schulrecht ist landesspezifisch geregelt und kann sich in Details unterscheiden. Grundlage einer Landesverfassung ist aber natürlich immer das Grundgesetz der Bundesrepublik. Lehrkräfte sind der Landesverfassung verpflichtet und sollen in deren Geiste erziehen und bilden. Dazu gehören die Achtung vor der Würde des Menschen, die Bereitschaft zum sozialen Handeln vor dem Hintergrund der Demokratie, aber auch Liebe zu Volk und Heimat, zur Völkergemeinschaft und zur Friedensgesinnung. Es wird außerdem geregelt, dass Schüler und Schülerinnen nicht einseitig beeinflusst werden dürfen, Lehrkräfte also keine Werbung im weiteren Sinne für eine bestimmte Partei machen dürfen (vgl. bpb: Was man sagen darf. Mythos Neutralität in Schule und Unterricht, aufgerufen im Februar 2026).
Grundgesetz
Auch für Lehrkräfte gilt das Grundrecht der Meinungsfreiheit. Dies wird aber durch o.g. Gesetze insofern eingeschränkt, dass sie sich unparteiisch verhalten müssen und die Lernenden nicht einseitig beeinflussen dürfen. Sie dürfen selbstverständlich auch keine antisemitische, rassistische, gewaltverherrlichende oder anderweitig menschenverachtende Meinung vertreten.
Leitlinien politischer Bildung in der Berufsschule
Der Beutelsbacher Konsens
Der sogenannte Beutelsbacher Konsens von 1976 formuliert drei bis heute gültige Prinzipien:
- Das Überwältigungsverbot verpflichtet Lehrkräfte, Lernende nicht im Sinne einer bestimmten Meinung zu beeinflussen, sondern ihnen Raum für eigene Werturteile zu lassen.
- Das Kontroversitätsgebot besagt, dass Themen, die in Wissenschaft, Politik oder Gesellschaft kontrovers diskutiert werden, auch im Unterricht kontrovers dargestellt werden müssen.
- Schließlich betont die Schülerorientierung, dass Unterricht Lernende in die Lage versetzen soll, politische und gesellschaftliche Zusammenhänge selbstständig zu analysieren und auf ihre eigene Lebenswelt zu beziehen.
Der Beutelsbacher Konsens ist dabei kein Plädoyer für inhaltliche Beliebigkeit, sondern ein Auftrag zu faktenbasierter, pluralitätsorientierter und wertbewusster Vermittlung (vgl. Schiele/Schneider 1977; bpb: Der Beutelsbacher Konsens, aufgerufen im Februar 2026).
Kultusministerkonferenz
Die Kultusministerkonferenz (KMK) versteht die Demokratiebildung ausdrücklich als Auftrag der Schulen. In ihrer Funktion, Demokratie zu leben und zu vermitteln, handeln Lehrkräfte also nicht wertneutral, sondern nach demokratischen Werten und Haltungen.
Zusätzliche Orientierung schaffen die Kompetenzmodelle der KMK: Die Ausbildung von Fach-, Methoden-, Sozial-, Lern-, Selbst- sowie kommunikativer Kompetenz ist dabei ein grundlegendes Prinzip von Unterricht. In der beruflichen Bildung sind Lehrkräfte daher beauftragt, Fachkompetenz mit gesellschaftlicher Urteilskraft zu verbinden: Sie vermitteln Wissen, trainieren Analyse- und Argumentationsmethoden, fördern Kommunikations- und Sozialkompetenz und regen Lernende zu eigenständiger Reflexion, respektvollem Miteinander und demokratischen Grundwerten wie Freiheit, Gerechtigkeit, Solidarität und Toleranz an (vgl. SWK: Demokratiebildung als Auftrag der Schule, KMK: Demokratie als Ziel, Gegenstand und Praxis historisch-politischer Bildung und Erziehung in der Schule).
Lehrpläne
Untersuchungen der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) und der Robert Bosch Stiftung zeigen, dass politische Bildung in vielen Lehrplänen nur randständig verankert ist und in der Praxis oft nur nebenbei geschieht. Dabei ist sie ein wichtiger Bestandteil der beruflichen Qualifikation. Themen wie Mitbestimmung, Nachhaltigkeit, Arbeitsrecht oder wirtschaftsethische Fragen sind daher unmittelbare Anlässe, um politisches Denken im Berufsschulunterricht zu fördern und gesellschaftliche Zusammenhänge erfahrbar zu machen (vgl. bpb: Auch das berufliche ist politisch, aufgerufen im Februar 2026).
Tipp:
Die HubbS-Mediathek bietet vielfältige Unterrichtsimpulse zum Sachgebiet politische Bildung.
Professionelle Neutralität als pädagogische Haltung
Aus den Gesetzesgrundlagen und den pädagogischen Leitlinien lässt sich ableiten, dass Neutralität von Lehrkräften nicht bedeutet, auf Haltung zu verzichten, sondern Haltung professionell zu gestalten. Lehrkräfte müssen in der Lage sein, persönliche Überzeugungen zu reflektieren und transparent zu kommunizieren, ohne sie normativ aufzudrängen. Im Folgenden geben Ihnen wir einige Tipps für die Praxis.
Meinungsäußerung immer kennzeichnen
Eine bewährte Strategie ist die klare Trennung zwischen Faktenvermittlung und Meinungsäußerung: Wenn eine Lehrkraft eine eigene Einschätzung teilt, sollte sie dies offen kennzeichnen („Meiner Erfahrung nach …“) und gleichzeitig alternative Sichtweisen zulassen. Der Unterricht bleibt so ein Ort, an dem verschiedene Positionen sichtbar werden, ohne dass eine dominierend wirkt.
Kontroversität methodisch fördern
Kontroversität kann methodisch unterstützt werden, etwa durch Diskussionsformate wie Pro-Contra-Debatten, Fishbowl-Diskussionen oder Rollenspiele, die unterschiedliche Perspektiven strukturiert sichtbar machen. Wichtig ist dabei, dass Lernende lernen, Argumente zu prüfen, Begründungen zu formulieren und Positionen kritisch zu hinterfragen. Neutralität zeigt sich hier nicht in Zurückhaltung, sondern in der Fähigkeit, Diskursräume zu eröffnen, in denen Respekt, Toleranz und argumentative Schärfe gleichwertig sind.
Demokratische Haltung
Lehrkräfte müssen eine klare Haltung gegen Antisemitismus und Rassismus, Gewaltverherrlichung und menschenverachtende Äußerungen vertreten. Entsprechende Äußerungen von Schülerinnen und Schülern dürfen demnach nicht unkommentiert bleiben; falsch verstandene Neutralität gibt hier Raum für antidemokratische Strukturen. Demokratische Haltung bedeutet auch, dass antidemokratische, rassistische und faschistische Tendenzen von Parteien oder Personen benannt werden dürfen.
(Selbst-)Reflexion hochhalten
Neben der methodischen Gestaltung spielt Reflexivität eine zentrale Rolle. Neutralität erfordert eine bewusste Selbstreflexion über eigene Werte, Vorurteile und Unterrichtspraktiken. Kollegiale Hospitationen, gemeinsame Unterrichtsanalysen oder Feedbackrunden mit Lernenden können helfen, unbewusste Muster oder einseitige Perspektiven zu erkennen und die eigene pädagogische Haltung weiterzuentwickeln.
Fazit: Demokratische Werte als verbindlicher Rahmen schulischer Neutralität
Die Grenzen der Neutralität sind dort erreicht, wo die Grundwerte der freiheitlich-demokratischen Ordnung verletzt werden. Lehrkräfte dürfen und müssen sich gegen menschenverachtende, diskriminierende oder extremistische Positionen klar positionieren. Neutralität bedeutet nicht, allen Meinungen gleiche Legitimität zuzuschreiben, sondern einen fairen und faktenbasierten Diskurs zu ermöglichen, der auf Menschenwürde, Rechtsstaatlichkeit und Demokratie gründet.
In der schulischen Praxis kann Neutralität durch Kompetenzorientierung konkret umgesetzt werden: Fachkompetenz sichert sachliche Richtigkeit, Methodenkompetenz fördert kritisches Denken und Sozialkompetenz stärkt Team- und Diskursfähigkeit. Lernkompetenz fördert selbstständige Informationsbeschaffung, kommunikative Kompetenz stärkt das Argumentieren und Selbstkompetenz ermöglicht eigenständige Urteilsbildung. Unterricht, der auf diesen Kompetenzen aufbaut, vereint politische Bildung mit beruflicher Relevanz und schafft Lernräume, die sowohl handlungs- als auch urteilsfähig machen.
Literaturhinweise
- Schiele, Siegfried / Schneider, Herbert (Hrsg.): Das Konsensproblem in der politischen Bildung. Stuttgart: Klett, 1977.
- Reinhardt, Sibylle: Politik-Didaktik. Praxishandbuch für die Sekundarstufe I und II. 4., überarb. Aufl., Berlin: Cornelsen, 2012.
- Nonnenmacher, Frank: Politische Bildung in der Schule. Demokratisches Lernen als Widerspruch im System. Jahrbuch für Pädagogik, 2009.
- Besand, Anja: Politische Bildung an beruflichen Schulen – Stand und Perspektiven. Bundeszentrale für politische Bildung, 2020.
- KMK (2020): Leitlinien zur Kompetenzorientierung in der beruflichen Bildung. Kultusministerkonferenz, Bonn.
- BIBB (2023): Kompetenzbereiche der KMK in der praktischen Umsetzung. Online auf hubbs.schule
In diesem Jahr vergibt die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) bereits zum 25. Mal den Deutschen Arbeitgeberpreis für Bildung. Der Preis widmet sich jedes Jahr einem anderen Schwerpunktthema. Diesmal liegt der Fokus auf Zukunftskompetenzen. Die BDA möchte damit herausragendes Engagement und erfolgreiche Lehr- und Lernkonzepte in der Bildung sichtbarer und bekannter machen.
Es gibt vier Bereiche, in denen je ein mit 10.000 Euro dotierter Preis verliehen wird:
- Frühkindliche Bildung
- Schulische Bildung
- Berufliche Bildung
- Hochschulische Bildung
Ausgezeichnet werden eine Kita, eine Schule, eine Berufsschule und eine Hochschule, die mit ihrer Arbeit aktiv das Bildungssystem verbessern und als Best-Practice-Beispiel für andere Schulen und Einrichtungen dienen können. Bei der Auswahl der Preisträger wird Wert gelegt auf die Förderung von Werten und Fähigkeiten für eine (Arbeits-)Welt, die sich stark wandelt und immer digitaler wird: Junge Menschen müssen geübt sein in Hinblick auf Nachhaltigkeit und Digitalisierung, aber auch hinsichtlich grundlegender Kompetenzen wie kreatives und kritisches Denken, Kommunikations- und Kollaborationsfähigkeit, Technologieoffenheit und Resilienz. Je nach Bildungseinrichtung sind hier ganz unterschiedliche Konzepte denkbar.
In der Kategorie Berufliche Bildung können sich Lehrkräfte, Teams oder leitende Personen von Berufsschulen bewerben, die sich bewusst mit dem Thema Zukunftskompetenzen auseinandersetzen. Die Bewerbung sollte deutlich machen, was sie unter Zukunftskompetenzen verstehen, und ihre Maßnahmen zur Stärkung dieser Kompetenzen aufzeigen. Gern gesehen sind auch innovative Ansätze in den Bereichen Didaktik und Methodik sowie Kooperationen mit Unternehmen und die Förderung der Gemeinschaft innerhalb der Schule. Weitere Informationen finden Sie in den Ausschreibungskriterien der Kategorie Berufliche Bildung.
Die Auswahl der Preisträger erfolgt durch eine Jury von Bildungsexpertinnen und -experten aus Unternehmen, Wissenschaft und Politik. Die Bewerbungsphase hat am 10. April begonnen, Bewerbungsschluss ist der 10. Juli 2024. Die Preisverleihung findet am 22. Oktober 2024 im Rahmen des Deutschen Arbeitgebertages statt.
Bewerben kann man sich online beim Deutschen Arbeitgeberpreis für Bildung.
Digitale Kompetenzen gehören inzwischen zu jeder Berufsausbildung – doch wie gut gelingt ihre Förderung im Schulalltag? Das Forschungsprojekt KoDiA – Kompetenzen für die digitale Arbeitswelt geht genau dieser Frage nach. Es untersucht, wie Auszubildende mit Hilfe digitaler Bildungsmedien bei der Entwicklung relevanter digitaler Kompetenzen unterstützt werden können. Dabei stehen die Erfahrungen von Lehrkräften ebenso im Mittelpunkt wie die Sicht der Lernenden.
Kürzlich gab das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) bekannt, dass die Zusammenarbeit der beteiligten Institutionen verlängert wird und das Forschungsprojekt weitergeführt werden kann.
Was ist KoDiA?
Kompetenzen für die digitale Arbeitswelt (KoDiA) – Ertüchtigung zur Digitalisierung ist ein seit 2021 laufendes Forschungsprojekt, das vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) gemeinsam mit der Helmut-Schmidt-Universität / Universität der Bundeswehr Hamburg (HSU) durchgeführt wird. Die Forschung bezieht zentrale Referenzrahmen ein wie die KMK-Strategie „Bildung in der digitalen Welt“, das EU-DigComp-Framework und die Standardberufsbildposition „Digitalisierte Arbeitswelt“, die digitale Kompetenzen in allen Ausbildungsberufen festlegt.
Untersucht wird, wie Auszubildende im Rahmen der beruflichen Bildung digitale Kompetenzen erwerben und wie diese im Unterricht gefördert werden können. Dabei geht es nicht nur um technische Fähigkeiten. Auch Themen wie kritischer Umgang mit digitalen Medien, digitale Teilhabe und Mitgestaltung spielen eine wichtige Rolle. Ziel ist eine Ausbildung, die junge Menschen gut auf eine digital geprägte Arbeits- und Lebenswelt vorbereitet.
Was sind zentrale Fragen und Ziele des Projekts?
KoDiA greift Fragen auf, die viele Lehrkräfte aus ihrem Alltag kennen:
- Wie gut sind Auszubildende heute auf digitale Anforderungen in Arbeitswelt und Gesellschaft vorbereitet?
- Wie schätzen Lehrkräfte die digitalen Kompetenzen ihrer Schülerinnen und Schüler ein – und wie wird diese Förderung im Unterricht umgesetzt?
- Welche digitalen Medien nutzen Auszubildende gerne – und wo sehen sie selbst Unterstützungsbedarf?
- Welche Rahmenbedingungen brauchen Schulen, um Digitalisierung sinnvoll umzusetzen?
Ein wichtiges Ziel von KoDiA ist es, praxisnahe Erkenntnisse für die berufliche Bildung zu gewinnen. Diese sollen helfen,
- Auszubildende bei der Entwicklung digitaler Kompetenzen zu unterstützen,
- den Unterricht weiterzuentwickeln und
- digitale Bildungsmedien inklusive Virtual Reality (VR), Augmented Reality (AR) und Künstlicher Intelligenz gezielter einzusetzen.
Welche Methoden nutzt KoDiA?
Um Antworten zu finden, nutzt das Projekt einerseits qualitative Gruppendiskussionen mit Lehrkräften an Hamburger Berufsschulen. Andererseits werden in einer quantitativen Online-Befragung Hamburger Auszubildende befragt, um ihre Interessen, Erfahrungen und Bedarfe bei der Nutzung von digitalen Bildungsmedien kennenzulernen.
Wer sind die Projektpartner?
Das Forschungsprojekt KoDiA wird von folgenden Partnern durchgeführt:
- Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) als Projektkoordinator
- die Helmut-Schmidt-Universität / Universität der Bundeswehr Hamburg (HSU), insbesondere das Zentrum für technologiegestützte Bildung (ZtB), das methodisch-didaktische Expertise einbringt
- sowie das Hamburger Institut für Berufliche Bildung (HIBB) und mehrere Hamburger Berufsschulen als Praxispartner vor Ort.
KoDiA ist außerdem Teil des Forschungsschwerpunkts „Kompetenzen für die digitale Arbeitswelt“ des dtec.bw – Zentrums für Digitalisierungs- und Technologieforschung der Bundeswehr. Dadurch ist das Projekt in ein größeres Netzwerk eingebettet, das sich mit Digitalisierung in Bildung und Arbeitswelt beschäftigt.
Der Showroom ist Bestandteil der Wasserstoff-Lernwerkstatt der Gewerblichen Schule Backnang, die durch das baden-württembergische Wirtschaftsministerium und den Landkreis Rems-Murr finanziell unterstützt wird. Das Bauvolumen von ca. 10 Millionen Euro ist gut angelegtes Kapital, denn der Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft erfordert nicht nur eine zukunftsfeste Wasserstoffinfrastruktur und geeignete Technologien und ausreichende Mengen Wasserstoff. Wenn Wasserstoff künftig über unterschiedliche Branchen und Wirtschaftssektoren genutzt werden soll, sind Kenntnisse im Umgang mit Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologien notwendig.
Um frühzeitig SchülerInnen und BürgerInnen über Wasserstoff zu informieren und Knowhow zu vermitteln, entsteht an der Gewerblichen Schule Backnang eine „Lernwerkstatt Zukunftstechnologie Wasserstoff und Brennstoffzelle“. Zentraler Baustein dieser ist ein Showroom, auch HyLab genannt, in dem das Thema Wasserstoff interaktiv und ganzheitlich aufbereitet werden soll.
Wasserstoffversorgung im Modellformat
Herzstück des 80 Quadratmeter großen Showrooms ist ein Exponat im Flächenprofil des Rems-Murr-Kreises. Zudem werden die Säulen der regionalen Wasserstoffstrategie des Kreises abgebildet und erklärt. Hier wird veranschaulicht, wie verschiedene Technologien ineinandergreifen können, um nachhaltig Energie zu gewinnen. Insgesamt drei Informationsinseln informieren zu den Themen Erderwärmung, vernetztes Denken bei der Energieversorgung und Basisinformationen zu Wasserstoff.
Fachkräfte von morgen fit für neue Technologien machen
Der Showroom steht Vereinen, Betrieben und allen interessierten BürgerInnen offen. So betonte auch Schulleiterin Dr. Isolde Fleuchaus, dass es sich beim HyLab nicht um ein Forschungslabor handele. Vielmehr soll das HyLab einen Einstieg in das Themenfeld alternativer Energieformen bieten. Auch Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut, die bei der Eröffnung des Showrooms vor Ort war, betonte die Relevanz des Lernwerkstatt und des HyLabs für die Region. Mit der Lernwerkstatt könne das Thema Wasserstofftechnologie und nachhaltige Mobilität an der Schule umfänglich auch fächerübergreifend bearbeitet werden, hob Schulleiterin Dr. Isolde Feuchaus hervor. Ziel ist es, das Thema Nachhaltigkeit und Energie im Rahmen des übergreifenden Bildungsziels der „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ für alle Jugendlichen der Schule in allen Bildungsgängen thematisierbar und anschaubar in unterrichtliche und außerschulische Kontexte zu integrieren. Hier entsteht die Zukunft, denn in den Beruflichen Schulen werden die Jugendlichen ausgebildet, die zukünftig in unseren Firmen die Probleme der Umwelt und Energieversorgung lösen müssen.
Wasserstoff im Rems-Murr Kreis
Am 13. Juli 2020 hat der Kreistag des Rems-Murr-Kreises eine Grundsatzentscheidung zur Förderung (grüner) Wasserstofftechnologie getroffen. Die Wasserstoffstrategie beruhte ursprünglich auf drei Säulen, inzwischen haben sich weitere Themenfelder ergeben. Verschiedene Projekte zur Erzeugung und Anwendung von Wasserstoff sind im Kreis bereits angelaufen, beispielsweise werden in Waiblingen ein Elektrolyseur zur Produktion von grünem Wasserstoff und eine Wasserstofftankstelle für Nutzfahrzeuge gebaut.
Ein Besuch des HyLabs ist ab 1. März 2024 möglich und muss online angemeldet werden.
Weiterführende Links:
- Zur Website des Hylabs: https://hylab.gsbk.de/
- Zur Besuchsanmeldung für das Hylab: https://hylab.gsbk.de/besuch/
- Pressemitteilung der Gewerblichen Schule Backnang: https://gs-bk.de/schulleben/presse/presseartikel/hochbetrieb-am-hylab-an-der-gewerblichen-schule-in-backnang.html
- Bericht der Backnanger Kreiszeitung: https://www.bkz.de/nachrichten/erster-baustein-eines-vorreiterprojekts-in-backnang-223469.html
- Videos der Eröffnungsfeier: https://my.hidrive.com/share/x1d.wkxm3d#$/
Wer mehr wissen will:
Relevanz des Themas mit Blick auf die Berufliche Bildung
In den verbleibenden Jahren bis 2030 will die EU kräftig beim Klimaschutz zulegen. 2030 sollen mindestens 55 Prozent weniger Treibhausgase ausgestoßen werden als 1990. Der Ausstoß muss also noch einmal um 30 Prozent reduziert werden. Immer wieder wird hier mehr Ehrgeiz gefordert, um das Ziel der Klimaneutralität bis 2050 und auch die Ziele des Pariser Klimaabkommens zu erreichen. Alle Mitgliedstaaten der EU haben sich dazu bekannt, dass die Emissionen „netto“ um mindestens 55 Prozent sinken. Welche Maßnahmen auf diesem Weg umgesetzt und welche Wege bestritten werden müssen, wird oft diskutiert, ist viel gefächert und sorgt für heftige Diskussionen. Sollte es gelingen, durch das Pflanzen von Bäumen oder andere Instrumente Kohlendioxid aus der Luft zu binden, wäre dies ein wichtiger Milestone auf einem hoffentlich erfolgreichen Weg in eine überlebensfähige Gesellschaft. Allerdings braucht es gesamtgesellschaftlicher Diskussionen über die richtigen Wege zu diesem Ziel, denn bei allem darf auch die Wirtschaft der Länder nicht überfordert werden. Immer wieder geht bei dieser Diskussion der Blick hin zu unseren Mobilitätskonzepten und neuen Konzepten der Energiegewinnung und –speicherung, um durch einen intelligenten Energietransfer möglichst viele „grüne“ Antriebstechnologien zum Einsatz zu bringen und die CO2 Emissionen zu minimieren.
Eine Technologie ist dabei immer wieder in unterschiedlichsten Kontexten in aller Munde: es ist das Thema Wasserstoff, dessen Gewinnung aus grüner Energie und dessen Speicherung, die momentan noch zu teuer in der Produktion ist. Immer mehr Unternehmen allerdings setzen auf diese Energie, wie jüngst auch die Firma Bosch, die die stationäre Brennstoffzelle mit einem Wirkungsgrad von mehr als 85 Prozent mit der Festoxidbrennstoffzelle ab 2024 in Serie produzieren will. Es handelt sich dabei um stationäre Brennstoffzellen, die den Großteil der zugeführten Energie nutzen können und in der Umwandlung wenig Energieverluste aufweisen. Ziel ist es, solche Anlagen zu erstellen und damit eine Energieversorgung ohne Stickoxid oder CO2 Emissionen nachhaltig sicherzustellen.
Eine Berufliche Schule im gewerblich technischen Bereich muss diese neue Technologie mit in das Denken und Handeln junger Menschen so zu integrieren, dass diese bei angestrebten Lösungen in Industrie und Handwerk mitgedacht und nach Lösungen ringend später nach der Ausbildung in den Firmen vor Ort auch sinnvoll integriert werden kann. Es geht darum, kreatives Problemlösen zu fördern, Kompetenzen auf- und Ängste abzubauen, Verständnis zu erwirken und das Thema Energie holistisch in der zukünftigen Generation, aber auch in der Schulöffentlichkeit und deren Umfeld sichtbar zu machen und vernetzt in allen Wirkungsgraden, Arbeitsebenen und Berufsfeldern darzustellen.
Inhaltliche Begründung „Das Thema Wasserstoff in der Gewerblichen Schule Backnang“
Unser Anspruch in der Bildung
„Die Wettbewerbsfähigkeit eines Landes beginnt nicht in der Fabrikhalle oder im Forschungslabor, sie beginnt im Klassenzimmer“, sagte Lee Iacocca. Diesem Leitspruch hat sich das Technische Berufliche Bildungszentrum in Backnang mit all seinen Ausbildungsschwerpunkten verpflichtet. Hier wird versucht in allen Ausbildungsbereichen zukunftsorientiert Themen so zu integrieren, dass Jugendliche Zukunft erleben und in vorhandenen Laborsituationen ertesten und basale Knowhows erwerben können. Vor Jahren hat sich die Schulgemeinschaft dem Thema Industrie 4.0 angenommen und aus eigener Kraft einen Industrie 4.0 Showroom aufgebaut, den nun auch weiterhin mit Hilfe des Schulträgers in Richtung „Augmented Reality“ und autonomen Fertigungsstrategien als „Leuchtturmprojekt“ im Rems Murr Kreis ausgebaut wird.
Das Thema Brennstoffzelle und Wasserstoff an unserer Schule
Gemeinsam mit der Stadt Waiblingen beteiligt sich der Landkreis am „Nationalen Innovationsprogramm Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie“ (NIP) des Bundes mit einem innovativen Konzept im Rahmen eines „HyPerformer-Projektes“ für grünen Wasserstoff, der im ÖPNV genutzt werden soll. Implementiert sind zwei weitere Bausteine: Untersuchungen zu einer wasserstoffbetriebenen Wieslauftalbahn sowie eine Lernwerkstatt „Zukunftstechnologie Wasserstoff“ an der Gewerblichen Schule Backnang. Zukunftsvisionen sind entwickelt und erste Projektskizzen zur Verortung dieses Themas in den schulischen Werkstätten aber auch zur Integration des Themas in die vernetzten Unterrichtskonzepte aller Abteilungen sind vorhanden. Da die Wasserstofftechnologie nicht nur Fahrzeuge antreibt, sondern auch ganzheitliche Modelle der Energieversorgung bietet, ist es von großer Bedeutung Schüler möglichst frühzeitig mit der Technologie vertraut zu machen. Die Wasserstofftechnologie soll in den verschiedenen Schularten in Unterrichtseinheiten zu alternativen Mobilitätskonzepten und erneuerbaren Energien eingebunden und durch die Wasserstoffwerkstatt veranschaulicht werden.
Die Schulgemeinschaft stärkt Bildung und Ausbildung
Entsprechend dem Aktionsplan der Nationalen Wasserstoffstrategie und dort der Maßnahme 29 will die Schulgemeinschaft „Bildung und Ausbildung stärken- national und international: Mit der Unterstützung und Weiterentwicklung der beruflichen und wissenschaftlichen Aus- und Weiterbildung im Bereich der Wasserstofftechnologie ebenen die involvierten Kolleginnen und Kollegen den Weg für Arbeitende und Betriebe hin zu einer effizienten und sicheren Handhabung von Wasserstofftechnologien“. Die Schulgemeinschaft will diese Zukunftstechnologie so denken und veranschaulichen, aber auch in ihrem Green Corner erlebbar machen, so dass diese auch in den Lernkonzepten und Lernarrangements sinnvoll implementiert werden können.
Die Schule baut Zukunft in vier Schritten
In einem ersten Bauabschnitt wird ein Glaspavillon als Lernfabrik Wasserstoff entstehen. In diesem wird die Umsetzungsstrategie des Landkreises in Form einer modellhaften Inszenierung dargestellt und andererseits werden alle technischen Belange rund um das Thema Wasserstoff in ihren Abläufen und Zusammenhängen erläutert und anschaulich modelliert. Sowohl Schüler*innen als auch Lehrer*innen, aber auch die interessierte Öffentlichkeit sollen durch das Ausgestellte Lernzuwachs und Informationen zum Thema Wasserstoff und zur Umsetzung des Themas im Rems-Murr-Kreis erhalten. Die Firmen Skope inventive spaces GmbH und inside education aus Hamburg erstellen im Rahmen eines Werkvertrags Planungen zum Interieur, finanziert über PAB-Mittel der Schule.
Ein vorgelagerter Erlebnisparcour wird ab Oktober auf das Thema einstimmen. Dort werden die Ausstellungsinszenierungen der Landesstiftung Baden-Württemberg zur E-Mobilität begehbar und dauerhaft erlebbar für schulische und öffentliche Führungen ab Oktober 2021 von der Landesstiftung im Rahmen des Wasserstoffprojektes dauerhaft zur Verfügung gestellt, so die ersten Absprachen. Über die eigenständig von der Schule gebaute E-Tankstelle, die mit Photovoltaik bestückt und an einen Stromspeicher angeschlossen ist, erreicht man über die ersten Kontakte zu Energie- und Mobilitätsformen der Zukunft den offenen neuen Wasserstoff-Showroom im Sinne einer futuristischen Installation in einem offenen Glaspavillon.
Dieser wiederum schafft eine Verbindung zu der modernen Wasserstoffwerkstatt, die im KFZ Bereich im Bauabschnitt 3 entstehen soll. Die Wasserstoffwerkstatt, die nach dem Umbau der KFZ-Abteilung im Bauabschnitt 2 entsteht, komplettiert mit Blick auf neue Ausbildungskonzepte im Bereich System- und Hochvolttechnik in der KFZ-Abteilung das Thema insgesamt in seiner Umsetzung in unterrichtliche Kontexte.
Insgesamt sollen alle Gewerke in ihrer Abhängigkeit von CO2 neutralen Energieträgern dargestellt werden. Eine Verbindung über einen für Schüler offenen und begehbaren Raum als „Erlebnisraum Energie“ soll den Blick öffnen für die sich ebenfalls in einem Glas-Showroom befindende Industrie- 4.0 Anlage der Schule. Die Anlage ist vor drei Jahren aus Bordmitteln der Schule entstanden und fungiert mittlerweile als Leuchtturmprojekt I4.0 mit anderen Schulen auf der Homepage des Kultusministeriums zu diesem Thema. Energienutzung und Energieflüsse sollen abhängig von den verwendeten Energieträgern in ihrer Effizienz erfahrbar gemacht werden und die gesamte automatisierte Produktion wird zusammen mit dem Thema Mobilität insgesamt eine Verbindung zum Thema Wasserstoff in der Anwendung und in seinem zukunftsweisenden Charakter erfahren.
Alle Technologiebereiche zusammen mit dem zu bauenden Showroom sollen nicht nur dem Fachpersonal, sondern vor allem auch der Bevölkerung des Rems-Murr Kreises als Anschauungsraum dienen. Nur wer technische Neuerungen denken und in seinem Arbeiten sehen und im theoretischen Diskurs verstehen kann, wird diesen auch offen begegnen. Mit diesem Ansatz will sich die Schulgemeinschaft auf der Grundlage eines ausführlichen Medienentwicklungsplanes der Schule auf die Anforderungen der Zukunft einstellen und gemeinsam mit dem Schulträger in durchdachten methodischen Konzepten auf Energieformen der Zukunft hinweisen.
Das Thema Energie und im besonderen auch Wasserstoff spielt unterrichtlich in allen Abteilungen der Schule eine Rolle:
Die rasanten Entwicklungen von Produktionsprozessen aufgrund der fortschreitenden Digitalisierung und umfänglichen Automatisierung spiegelt sich in unserer Schule sichtbar in unserem Showroom Industrie 4.0 sowie in den neuen Unterrichtskonzepten unter Einsatz von Tablets in der beruflichen Ausbildung und in der Ausbildungsvorbereitung (AVdual). Hierbei liegt der Schwerpunkte nicht nur auf der Vermittlung fachlicher Inhalte, sondern auch darauf, die Jugendlichen für das Thema Energie und Ökologie zu sensibilisieren. Dies geschieht lernzieldifferent mit dem Blick auf unterschiediche Lerngruppen.
In der Metall-, Elektro- und Mechatronikerausbildung sowie in der Fachschule für Technik wird zum einen das Grundverständnis der Technologie, aber auch die konkrete Anwendung dieser im Sinne einer smarten Produktion weitergedacht. Der Schlüssel zu einer CO2 nachhaltigen Produktion im Gesamtkontext ökologischen und ökonomischen Handelns befähigt die Jugendlichen Produktions-kontexte ganzheitlich zu betrachten und sowohl private als auch berufliche Handlungsmaßnahmen abzuleiten. Unterstützt werden diese Denkstrukturen durch den Erlebnisparcours, die vorgelagerte Ausstellung emobile der Stiftung Baden-Württemberg, der didaktisch aufbereiten Thematik im Showroom Wasserstoff sowie der angegliederten und bereits vorhandenen sowie im unterrichtlichen Kontext eingebundenen Fertigungsstraße zum Themenkomplex Industrie 4.0. Abgerundet wird das didaktische Gesamtkontext durch einen fächerübergreifenden Gesamtdiskurs, der auch globale Einflussfaktoren in den Blick nehmen soll.
Auch bei den handwerklich orientierten Ausbildungsberufen hat diese Technologie Einfluss auf die beruflichen Kontexten und Ausbildungssituationen. Bei den Malern und Lackierern wird das Thema des CO2-Ausstoßes zum Beispiel über die Anwendung von Wärmedämmverbundsystem an Hausfassaden oder über das möglichst effiziente Einsetzen von Produktionsmaschinen zur Nahrungsmittelzubereitung thematisch aufgegriffen.
Einen großen Raum nimmt die Wasserstoff- und Hochvolttechnologie in der KFZ-Ausbilung ein. Unterrichte fußen didaktisch und methodisch auf vorhandenen Fahrzeugen wie z.B. ein VW e Up, ein BMW i 3, ein Nissan Leaf und ein Toyota Prius Hybrid. Die neu geplante KFZ-Werkstatt soll ermöglichen die bereits vorhandene Ausstattung bestmöglich und holistisch in die Ausbildung zu integrieren. Aktuell wird neben der klassischen Ausbildung zum KFZ- Mechatroniker mit dem Schwerpunkt Personenwagen Instandsetzung auch der Schwerpunkt System- und Hochvolttechnik angeboten, der zukünftige Weiterentwicklungen ermöglichen kann, eventuell auch in einer zukünftig einzurichtenden Fachschule für Technik mit dem Schwerpunkt Elektromobilität. Zudem werden die fachlichen Lernziele bei verschärften Abgasanforderungen, komplexeren Abgasreinigungssystemen und der Vernetzung der Fahrzeuge immer bedeutender für ausbilderische Kontexte. Künftig werden auch grundlegende Verschleißreparaturen vor allem der Bereich Fahrassistenzsysteme bis hin zum autonomen Fahren unterrichtlich thematisiert werden müssen. Diese Themen gewinnen in der PKW-Technik an Bedeutung und können in den vorhandenen Werkstätten nicht dargestellt werden, da für die Kalibrierung der Systeme spezielle Messplätze zur Verfügung stehen müssen.
Die zukünftigen Aufgaben können nur von datenverarbeitenden Systemen gemanagt und organisiert werden. Die entsprechenden Facharbeiter und Programmierer dieser Systeme sind die an der Gewerblichen Schule Backnang ausgebildeten Fachinformatiker. Dieses schnell wachsende Entwicklungsfeld in all seinen Schwerpunktbereichen bildet das Herz der digitalen Weiterentwicklung unserer Ökonomie. Es ist deshalb ein Anliegen gerade diese Jugendlichen für das Thema Energiemanagement und Energieerzeugung zu begeistern. Hierbei stehen nicht nur reines software- oder hardwaretechnisches Fachwissen im Fokus, sondern vielmehr der gesamtgesellschaftliche Kontext. Diskutiert wird zudem über Themenkomplexe im Bereich der Medienethik ebenso wie über das Entwickeln von Szenarien für klimaneutrale Klimatisierung von hochleistungsfähigen Rechenzentren.
Im Kernbereich des Technischen Gymnasiums sind thermodynamische, physikalische und chemische Abläufe in den Bildungsplänen verankert, welche nicht nur rein fachlich, sondern auch ganzheitlich betrachtet und erlernt werden sollen. Hierbei wird es möglich die jeweilige Expertise der drei Profile Informationstechnik, Mechatronik sowie der Gestaltungs- und Medientechnik hervorragend in das technologische-gestalterische-informationstechnische Spannungsdreieck zu integrieren und fächerübergreifend zu denken. Vernetzte Denkstrukturen werden in Vorbereitung für ein Studium erlernt und in Verbindung mit den gesellschaftswissenschaftlichen Fachkontexten zu einem umfassenden Gesamtmosaik kombiniert.
Aber auch die Jugendlichen der berufsvorbereitenden Klassen werden behutsam in den Gesamtkontext eingebettet. Strukturen, die einen gelingenden Lernalltag schaffen, sind genauso elementar wie das Schärfen des Bewusstseins für Ökologie und Ökonomie. Didaktisch aufbereitete Lernmodule werden in immer wiederkehrenden Teilaspekten thematisiert und sollen die Jugendlichen auf ihre gesamtgesellschaftliche Verantwortung aufmerksam machen. Der eigenen CO2-Fußabdruck und seine Bedeutung für eine lebenswerte Zukunft auf unserem Planeten soll unmissverständlich in allen Lernkontexten und in allen Lerngruppen thematisiert und auch visuell durch die Ausstellungen und den Showroom Wasserstoff zusätzlich vertieft immer im Bewusstsein all unserer Schülerinnen und Schüler sowie der gesamten schulischen Lerngemeinschaft verortet werden.
Ausbau- und Umbauplan
Gesamtübersicht aller Maßnahmen mit Ausbau- und Umbauschwerpunkten
Ausbau- und Umbauschwerpunkte im Überblick
Neubau Showroom / BA 1
- Anbau eines Showrooms als „Eyecatcher“ im Eingangsbereich und als Schaufenster der Innovationen der Gewerblichen Schule im Bereich der Zukunftstechnologien Wasserstoff und Brennstoffzelle
- Präsentation des Themas Energie und CO2-Neutralität als Querschnittstechnologie
- Präsentation des bestehenden Kamins als Landmarke und zum Zeichen mit Fernwirkung
- Erschließung des Showrooms von außen und durch einen Verbindungsgang über den bisherigen Aufenthaltsraum, der zum „Science-Center“ umgebaut wird
Neustrukturierung der Werkstätten / BA 2a und 2b sowie BA 3
- Transparenz zwischen den einzelnen Werkstattbereichen
- Schnittmengen / Vernetzung der unterschiedlichen Werkstätten
- Kombination von Theorie- und Praxisunterricht
- Durchlässigkeit und zieldifferentes Unterrichten
- individuelle Förderung
- projekthaftes Arbeiten
Umbau der Waschhalle zur Wasserstoffwerkstatt / Neubau Teststrecke BA 4a und 4b
- Umbau der Waschhalle zu Wasserstoffwerkstatt / Neubau Teststrecke
- Abbruch der vorhandenen Garage im Bereich der neuen Teststrecke
- Verglasung der nördlichen Außenwand des Werkstattflures zum Schaffen von Einblicken vom öffentlichen Fußweg in den Werkstattbereich und Ausblicken vom Innenbereich auf die Teststrecke
- Einblick in die automatisierte Fertigung und Transparenz der Energieflüsse von der CNC Maschine über die Industrie 4.0 Anlage
„Energycube“ mit Windrad und Photovoltaik sowie Ausstellung emobile der Landesstiftung Ba-Wü
- Erlebnisparcours der Landesstiftung Baden-Württemberg als Hinführung zu neuen Energieformen
- Sichtbarmachen der regenerativen Energien Solar und Wind
- Einspeisung in das interne Schulnetz mit Darstellung der Energieströme
Planungen zum Umbau/Neubau KFZ Werkstatt/Theorie (Bauabschnitte 2, 3 und 4)
Für einen Neu- / Anbau an das bestehende Werkstattgebäude im nördlichen Bereich sprechen folgende Argumente:
- Die vorhandene lichte Raumhöhe unter dem tiefen Bereich der Stahlbetonträger der Sheddach-Konstruktion beträgt nur ca. 3.00 m. Dies ist zu nieder, um unter den Hebebühnen aufrecht stehen und von unten an den Fahrzeugen arbeiten zu können. Die geplanten Hebebühnen müssten im Bereich der jetzigen KFZ-Werkstatt in verschiedene Richtungen längs und schräg angeordnet werden, was durch die Sheddach-Stahlbetonkonstruktion schwierig ist. Bei den bereits vorhandenen Hebebühnen müsste die Beleuchtung bereits zwischen den Shedds der Dachkonstruktion höher gehängt werden, damit die Fahrzeuge in Längsrichtung zwischen der Dachkonstruktion auf den Bühnen hochgefahren werden können. Der interne Ablauf wäre sehr unpraktisch, da die Fahrzeuge rangiert werden müssen, um an die teilweise hintereinanderliegenden Hebebühnen und Fahrzeugstände zu gelangen.
- Der geplante Teilneubau entspricht eher einer zeitgemäßen Anordnung von in Reihe aufgestellten Hebebühnen, wie es auch in der Realität in einem modernen KFZ-Betrieb üblich ist, der auch in einer pädagogisch und methodisch sinnvoll nutzbaren Struktur nutzbar ist.
- Die Anbringung einer natürlichen Belichtung der KFZ-Stände durch großflächig verglaste Hallentore an jedem KFZ-Stand ersetzt die künstliche Beleuchtung in der jetzigen KFZ-Werkstatt.
- Im vorhandenen Gebäude sind die erforderlichen Bodenvertiefungen für die Hebebühnen laut Statiker wegen dem schlechten Untergrund im Bestand nur sehr schwierig und aufwendig zu realisieren.
- Ein Neubau ermöglicht die Optimierung der internen Abläufe und kann die gesamte Struktur einer modernen, zeitgemäßen KFZ-Werkstatt aufnehmen und umsetzen.
- Ermöglicht wird eine klare Abfolge der Bereiche KFZ-Stände - Werkstattfläche und Theoriebereiche nacheinander und in pädagogisch sinnvoller Abfolge mit Blick auf ein zieldifferentes und teamgeleitetes Unterrichten in modernen konstruktivistischen und holistischen Lernszenarien. Die entstehenden zusätzlichen Zufahrtmöglichkeiten für Fahrzeuge seitlich in den Theoriebereich unterstützen diese pädagogischen Konzepte.
- Die Klassenzimmer für den KFZ-Theorieunterricht liegen im Moment am anderen Ende der Schule. Dies bedeutet weite Wege für Lehrer*innen und Lerner*innen und keine direkte inhaltliche und pädagogisch zieldifferente Bearbeitung der Themen in der Teamarbeit zwischen Theorie- und Praxisunterricht.
- Durch den Neubau des KFZ-Werkstattbereiches können bisher nicht vorhandene, aber dringend benötigte Toiletten im Werkstattbereich untergebracht werden.
- Der Neubau der Wasserstoffwerkstatt bietet optimale Möglichkeiten einer flexiblen Anordnung und Aufteilung für diese neue, innovative Technologie, welche ein Aushängschild und Alleinstellungsmerkmal der gesamten Gewerblichen Schule werden soll. Mit der Kompromisslösung des Umbaus der vorhandenen KFZ-Waschhalle zur Wasserstoffwerkstatt könnte dies bei einem hohen finanziellen Einsatz dennoch nicht annähernd geleistet werden.
- Der gesamte Werkstattbereich für KFZ-, Hochvolt- / E-Mobilität- und Wasserstofftechnik bekommt einen modernen und zeitgemäßen Ausdruck durch die Neubaufassade. Diese korrespondiert mit dem innovativen Ausbildungsinhalt in einem Berufsschulzentrum mit hohem Publikumsverkehr, insbesondere entlang des öffentlichen Fußwegs auf der Nordseite des Bildungscampus. Als Showroom aufgrund der Glasfassade liefert der Neubau auch Bürger*innen sowie Betriebsvertreter*innen Einblick in diese modernen zukunftsweisenden Technologien, die im Rems-Murr-Kreis im Rahmen des „HyPerformer-Projektes“ in der Lernwerkstatt Zukunftstechnologie zum Einsatz kommen.
Folgende Schwerpunktbildungen in den einzelnen Hallen sind angedacht:
- Schwerpunkt: KFZ – System- und Hochvolttechnik
Im Bereich der Elektromobilität hat sich die Gewerbliche Schule Backnang bereits positioniert. Es sind aktuelle didaktisch und methodisch ausgestatteten Fahrzeugen wie z.B. ein VW e Up, ein BMW i 3, ein Nissan Leaf und ein Toyota Prius Hybrid vorhanden. Die neu entstehende Werkstatt ermöglicht es, die bereits vorhandene Ausstattung an einem Ort ideal einzusetzen, sodass die Schüler*innen bestmöglich ausgebildet werden können. Aktuell wird neben der klassischen Ausbildung zum KFZ- Mechatroniker mit dem Schwerpunkt Personenwagen Instandsetzung auch der Schwerpunkt System- und Hochvolttechnik angeboten, der zukünftige Weiterentwicklungen ermöglichen kann, eventuell auch in einer zukünftig einzurichtenden Fachschule (Techniker) für Elektromobilität.
Aktueller Unterrichtsbezug:
- Ausbildung EUP: alle Schüler
- Ausbildung Qualif. 1 u. 2: R2PW
- Ausbildung Qualif. 1 u. 2: 3BKR2
- Ausbildung Qualif. 3: R3 SHT
- TAK Schulungen HV: 3BKR3, R3PW
- LF 13: R3 SHT
- LF 4: 1BFR1, 3BKR1
- LF 14: R3 SHT, R3PW
- Schwerpunkt: Standard Pflege u. Wartung, Inspektionen auch mit Zusatzarbeiten, Abnahmen
Diese Werkstatt ist vor allem für die Grundbildung, sowie für den Bereich der Inspektionen mit Zusatzarbeiten vorgesehen. Dieser Bereich nimmt im Alltag von Kfz – Mechatroniker*innen einen großen Raum ein, weshalb eine differenzierte praktische Ausbildung erforderlich ist. Darüber hinaus wird in dieser Werkstatt der Schwerpunkt „Abnahmen“ unterrichtet. Dieser Bereich entwickelt eine zunehmende Komplexität aufgrund von verschärften Abgasanforderungen, komplexeren Abgasreinigungssystemen und der Vernetzung der Fahrzeuge.
Aktueller Unterrichtsbezug:
- LF 1: 1 BFR 1, 3 BKR 1
- LF 5: R 2 PW, 3 BKR 2
- LF 9: R 3 PW, 3 BKR 3
- LF 12: R 3 PW, 3 BKR 3
- Schüler 1BFAVD1 KFZ und Schüler 2BFAVD1 KFZ
- Schwerpunkt: Austausch-, Verschleißreparatur Schadensbehebung, Aggregatüberholung
Mit dieser Werkstatt soll neben grundlegenden Verschleißreparaturen vor allem der Bereich Fahrassistenzsysteme bis hin zum autonomen Fahren abgebildet werden. Dieser Bereich gewinnt in der PKW-Technik sehr schnell an Bedeutung und kann in unseren bisherigen Werkstätten nicht dargestellt werden, da für die Kalibrierung der Systeme spezielle Messplätze zur Verfügung stehen müssen.
Aktueller Unterrichtsbezug:
- LF 2: 1 BFR 1, 3 BKR 1
- LF 7: R 2 PW, 3 BKR 2
- LF 10: R 3 PW, 3 BKR 3
- LF 13: R 3 PW, 3 BKR 3
- Schüler 1BFAVD1 KFZ und Schüler 2BFAVD1 KFZ
Planung der Ausstattung zur Umsetzung im Unterricht
Die ebenso in Teilen schon erworbenen Exponate der Firma inside education unterstützen die experimentelle und interaktive Veranschaulichung des Themenkomplexes Wasserstoff passgenau auf die geforderten Bedarfe. Daraus ergibt sich für den gesamten Einsatz eine vielseitigere Einsetzbarkeit der Module ohne größere Einarbeitung in die Thematik. Dies bringt den großen Vorteil, dass auch fachfremden Schüler*innen die Technologie zugänglich gemacht werden kann. Zudem ist im Rahmen der Wasserstoffoffensive eine umfassende Betrachtung der Thematik in allen öffentlichen Bereichen gewünscht, um auch die Bürger*innen für zukünftige Energie- und Mobilitätsideen zu begeistern. Die Zusammensetzung der gesamten Anlage ist transparent, selbsterklärend und deckt damit beide Anforderungen passgenau ab.
Im Zentrum stehen neben einem interaktiven Demonstrator für die Anwendung smarter Wasserstofftechnologie auch Experimentierkoffer zur Anwendung in allen möglichen beruflichen Handlungssituationen, in denen die Technologie der Energieerzeugung, der Energiespeicherung und der Energienutzung aufgezeigt und experimentell ermittelt werden soll. Hier sind ebenfalls umfangreiche didaktische Materialien vorhanden, welche im unterrichtlichen Kontext eingesetzt werden können.
Im Einzelnen bedeutet dies:
- Der interaktive Demonstrator wird passgenau auf die Anforderungen erstellt und entwickelt. Im momentanen Planungsstand liegen noch keine aussagekräftigen Abbildungen vor:
- Experimentierkoffer zur didaktischen Vermittlung in allen Bereichen der Energieerzeugung:
- Experimentierkoffer für den Energiebereich Wasserstoff:
- Kleiner Leistungsprüfstand für ein Modell-Wasserstoffauto als Vergleichsobjekt zu einem realen Wasserstofffahrzeug:
Die Beschäftigung als Berufsschullehrkraft ist nicht nur anspruchsvoll, sondern vielseitig und gesellschaftlich relevant. Die Hauptaufgabe von Berufsschullehrkräften liegt zwar im Unterricht an Berufsschulen, doch der Einsatzbereich geht weit über das übliche Klassenzimmer hinaus: Vom Berufsschulunterricht über Weiterbildung und Beratung bis hin zu Verwaltung, Projektarbeit und Hochschullehre. In einer zunehmend komplexen Bildungslandschaft übernehmen Lehrkräfte eine Vielzahl an Aufgaben in unterschiedlichen Institutionen und Kontexten. Der folgende Überblick zeigt Ihnen, wo Sie als Berufsschullehrkraft arbeiten können und welchen Beitrag Sie dort leisten.
1. Überbetriebliche Bildungszentren
Neben dem Unterricht an beruflichen Schulen arbeiten viele Lehrkräfte in überbetrieblichen Bildungszentren. Diese werden von Kammern, Verbänden oder Trägern der beruflichen Bildung betrieben und dienen dazu, Ausbildungsinhalte zu vermitteln, die insbesondere in kleinen und mittleren Unternehmen nicht abgedeckt werden können. Berufsschullehrkräfte in überbetrieblichen Bildungsstätten unterrichten fachtheoretische und fachpraktische Inhalte, die einen engen Bezug zur betrieblichen Praxis haben.
2. Weiterbildung und Erwachsenenbildung
Darüber hinaus arbeiten Berufsschullehrkräfte häufig in Bildungsstätten, die sich der Weiterbildung nach der Ausbildung widmen. Dazu zählen beispielsweise die Bildungszentren der Handwerkskammern, Technikerschulen oder die TÜV-Weiterbildungszentren. Die Ausbildungsangebote richten sich in der Regel nicht nur an Azubis, sondern an Erwachsene allgemein und haben einen konkreten Bezug zur beruflichen Bildung, Qualifizierung oder Umschulung. Weitere Einsatzmöglichkeiten im Bereich der Erwachsenenbildung finden Berufsschullehrkräfte auch an Volkshochschulen, bei privaten Bildungsträgern oder in öffentlich geförderten Projekten. Dort unterrichten sie Arbeitssuchende, Personen in der Umschulung oder Menschen mit Migrationshintergrund, die auf den deutschen Arbeitsmarkt vorbereitet werden.
3. Betriebliche Ausbildungsabteilungen
Berufsschullehrkräfte werden zudem in betrieblichen Ausbildungsabteilungen gebraucht. In großen Unternehmen mit eigenen Ausbildungszentren arbeiten sie in enger Kooperation mit betrieblichen Ausbilderinnen und Ausbildern. Sie unterstützen die betriebliche Ausbildung durch Schulungen, innerbetriebliche Fortbildungen oder die Entwicklung von Lehrmaterialien. Vor allem in Unternehmen mit starkem Fokus auf duale Ausbildung profitieren Auszubildende vom Know-how erfahrener Berufsschullehrkräfte.
4. Hochschulen und Lehrerbildung
Auch in der akademischen Ausbildung zukünftiger Lehrkräfte sind Berufsschullehrkräfte tätig. Als Lehrbeauftragte oder wissenschaftliche Mitarbeitende an Universitäten und pädagogischen Hochschulen unterrichten sie beispielsweise in den Bereichen Berufspädagogik, Fachdidaktik oder in beruflichen Fachrichtungen und begleiten Lehramtsstudierende in der schulpraktischen Ausbildung.
5. Prüfungswesen und Kammern
Ferner können Berufsschullehrkräfte im Prüfungswesen mitwirken. Sie arbeiten in Prüfungsausschüssen der Industrie- und Handelskammern (IHK), der Handwerkskammern (HWK) oder anderer zuständiger Stellen mit. Dort sind sie an der Erstellung, Durchführung und Bewertung von Zwischen- und Abschlussprüfungen beteiligt. Ihre Mitarbeit stellt sicher, dass Prüfungen fachlich fundiert und pädagogisch sinnvoll gestaltet sind.
6. Schulaufsicht und Bildungsverwaltung
Neben dem Lehrauftrag gibt es auch organisatorisch-verwaltende Einsatzmöglichkeiten für Berufsschullehrkräfte. So wechselt ein Teil der Lehrkräfte im Laufe ihrer Karriere in die Schulaufsicht oder Bildungsverwaltung, etwa zu Schulämtern, Bezirksregierungen oder Ministerien. Dort übernehmen sie Aufgaben in der Qualitätssicherung, Schulentwicklung oder Lehrplangestaltung. Sie wirken koordinierend oder fachlich beratend an der Weiterentwicklung der beruflichen Bildung auf struktureller Ebene mit.
7. Projektarbeit und Modellversuche
Außerdem beteiligen sich zahlreiche Lehrkräfte an Bildungsprojekten auf Landes- oder Bundesebene. Themen wie Digitalisierung, Inklusion, nachhaltige Entwicklung oder die Integration geflüchteter Jugendlicher stehen dabei im Fokus. Berufsschullehrkräfte entwickeln im Rahmen dieser Projekte neue didaktische Konzepte, erproben innovative Unterrichtsmethoden und wirken an der Weiterentwicklung der beruflichen Bildung auf inhaltlicher Ebene mit.
8. Schulentwicklung und pädagogische Beratung
Und zu guter Letzt übernehmen Berufsschullehrkräfte natürlich auch innerhalb der Schulen erweiterte Aufgaben, etwa als Beratungslehrkräfte, als Koordinator und Koordinatorin für Schulentwicklung oder als Multiplikator und Multiplikatorin für spezielle Themen wie Medienbildung, Demokratiebildung oder Berufsorientierung. Sie gestalten schulinterne Fortbildungen, initiieren Entwicklungsprozesse oder beraten das Kollegium sowie Schülerinnen und Schüler in pädagogischen Fragestellungen.
Sie stehen am Anfang Ihrer Karriere und möchten den Weg als Berufsschullehrkraft einschlagen? Hier finden Sie alles Wichtige dazu.
Auf dem Berliner KI-Summit tauschten kürzlich rund 200 Lehrkräfte ihre Erfahrungen mit dem Einsatz von künstlicher Intelligenz im Unterricht aus. Gemeinsam mit Fachleuten und der Staatssekretärin Christina Henke diskutierten sie Chancen und Risiken der Technologie, etwa im Hinblick auf Medienkompetenz, Datenschutz, Urheberrecht und ethische Fragestellungen. Wie sich Unterricht bereits heute verändern kann, zeigte ein Beispiel aus Berlin: Die Lehrerin Meike Howein hat an ihrem Gymnasium das Wahlpflichtfach „LeKI – Lernen mit KI“ eingeführt. Dort lernen Schülerinnen und Schüler die Grundlagen der Technologie kennen. Sie beschäftigen sich mit Algorithmen, neuronalen Netzwerken, dem Phänomen der KI-Halluzinationen und den gesellschaftlichen Folgen der Digitalisierung. Ihr Kurs gilt vielen als wegweisend, weil er zeigt, wie KI-Kompetenzen praxisnah vermittelt werden können. Gesprächsstoff bot auch der von den Bundesländern entwickelte Chatbot „telli“, der Lehrkräfte schon heute in vielen Bundesländern bei der Unterrichtsvorbereitung hilft und Schülerinnen und Schüler zum selbstständigen Lernen anleitet sowie das „Adaptive Intelligente System“ (AIS), das Lernende ab 2026 individuell beim Lernen unterstützen soll.
Zwar richteten sich die auf der KI-Summit vorgestellten Projekte vor allem an allgemeinbildende Schulen, doch die Botschaft ist offensichtlich: Auch für die berufliche Bildung gewinnt die Debatte an Dringlichkeit. Lehrkräfte beruflicher Schulen spüren zunehmend den Druck, Auszubildende systematisch auf eine Arbeitswelt vorzubereiten, in der KI selbstverständlich Teil des Alltags ist.
Anpassungs- und Fortbildungsbedarf wächst
Das im Juni 2025 erschienene repräsentative „Deutsche Schulbarometer“ der Robert Bosch Stiftung, das auch Berufsschullehrkräfte einbezieht, zeigt deutlich, dass sich viele Lehrkräfte um mögliche negative Auswirkungen von KI auf die Kompetenzentwicklung ihrer Schülerinnen und Schüler sorgen. Über 60 % erwarten Nachteile bei sozialen, kommunikativen und kritischen Fähigkeiten. Diese Skepsis betrifft auch die Struktur des Schulsystems, denn viele Lehrkräfte zweifeln daran, dass bestehende Prüfungs- und Bewertungssysteme den durch KI veränderten Lernrealitäten weiterhin gerecht werden können.
Der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) fordert daher bereits seit 2023 einen grundlegend neuen Leistungsbegriff. Klassische Hausaufgaben- und Klausurformate verlieren aus seiner Sicht zunehmend an Aussagekraft, wenn KI-Tools große Teile der Lösungen automatisiert generieren können. Der Verband betont, dass klarer definiert werden muss, welche Kompetenzen geprüft werden sollen – die Reproduktion von Wissen oder die Fähigkeit, Prozesse kritisch zu reflektieren und kreativ zu gestalten.
Auch die Kultusministerkonferenz (KMK) weist in ihrer „Handlungsempfehlung zum Umgang mit Künstlicher Intelligenz in schulischen Bildungsprozessen“ aus dem Jahr 2024 darauf hin, dass Prüfungs- und Bewertungskulturen weiterentwickelt werden müssen. Sie betont, dass zentrale Zukunftskompetenzen wie Kommunikation, Kollaboration, Kreativität und kritisches Denken bei Unterrichtsgestaltung und Leistungsmessung stärker berücksichtigt werden sollten. Die KMK knüpft in dieser Handlungsempfehlung eng an ihr Ergänzungspapier von 2021 „Lehren und Lernen in der digitalen Welt – die ergänzende Empfehlung zur Strategie Bildung in der digitalen Welt“ an und erweitert es um spezifische Aspekte zum Umgang mit KI. Zudem veröffentlichte die Ständige Wissenschaftliche Kommission der KMK (SWK) ebenfalls 2024 das Impulspapier „Large Language Models und ihre Potenziale im Bildungssystem“, das Hinweise zum Einsatz großer, auf Textverarbeitung spezialisierter KI-Sprachmodelle im schulischen Kontext liefert. Die aktuelle Handlungsempfehlung der KMK greift diese Impulse auf und überträgt sie auf konkrete Maßnahmen für die Länder. Ziel ist es, eine gemeinsame Position zum Umgang mit KI-Anwendungen in Schulen zu entwickeln und abgestimmte Schritte für die Umsetzung festzulegen. Das EU-Dokument „Ethische Leitlinien über die Nutzung von KI und Daten für Lehr- und Lernzwecke“ liefert darüber hinaus wertvolle Empfehlungen für den ethisch verantwortungsvollen Einsatz von KI in Bildungsprozessen und ergänzt damit die nationalen Leitlinien nicht zuletzt um eine europäische Perspektive.
Gleichzeitig sehen Lehrkräfte auch Chancen durch KI: Laut dem Schulbarometer beurteilen 57 % den Einsatz von KI-Tools im Unterricht positiv oder eher positiv für die Individualisierung von Lernprozessen. Viele Lehrkräfte sehen zudem Fortbildungsbedarf – sowohl für die Unterrichtsgestaltung (54 %) als auch zur Förderung kritischen Denkens (52 %). So entsteht ein Bild, das sowohl die Notwendigkeit von Anpassungen im Bildungssystem als auch die Möglichkeiten für neue Lern- und Lehrformate deutlich macht.
Länder- und Bundesinitiativen für KI in der Ausbildung
Zukünftig wird es für Schülerinnen und Schüler entscheidend sein, KI-Anwendungen kritisch zu reflektieren und einfache, KI-gestützte Arbeitsprozesse eigenständig gestalten zu können. Dafür werden qualifizierte Lehrkräfte benötigt, die KI nicht nur bedienen, sondern auch pädagogisch sinnvoll einsetzen können. Ergänzend bedarf es didaktischer Konzepte, die Theorie und Berufsrealität miteinander verknüpfen, sowie klarer Leitlinien für den Umgang mit generativer KI – sei es im Unterricht, in Prüfungen oder in projektorientierten Lernfeldern. Dabei spielen auch Datenschutz, Transparenz und Verantwortlichkeit eine zentrale Rolle.
Die nachfolgenden Beispiele verdeutlichen, dass sich die berufliche Bildung in ganz Deutschland zunehmend mit KI auseinandersetzt – die Initiativen variieren zwar in Umfang und Schwerpunkt, doch bundesweit entstehen Angebote, die Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte auf die digitalen und KI-gestützten Anforderungen der Arbeitswelt vorbereiten.
- Ein besonders bekanntes Projekt ist in Nordrhein-Westfalen zu finden: An den Berufskollegs können Schülerinnen und Schüler eine Zusatzqualifikation „Künstliche Intelligenz“ erwerben. Die Lehrpläne definieren klare Lernfelder – von der Einführung in KI-Konzepte bis hin zu konkreten Anwendungsbeispielen im Betrieb. Ziel ist es, die Lernenden in die Lage zu versetzen, KI-Lösungen zu analysieren, Potenziale zu erkennen und Risiken einzuordnen.
- Zudem wurde mit „KI Skilling.NRW“ eine landesweite Fortbildungsoffensive gestartet, die Lehrkräfte beim Einsatz von KI im Unterricht unterstützt und KI-gestützte Lernprozesse erprobt.
- In Baden-Württemberg unterstützt dagegen das „KI-Zentrum Schule“ Lehrkräfte der beruflichen Bildung dabei, KI praxisnah in Unterricht und Ausbildung einzubinden. Fortbildungen zu generativer KI, ChatGPT und weiteren Themen vermitteln technische Grundlagen und regen zur Reflexion über Lehre, Lernen und die eigene Rolle im Klassenzimmer an. Ziel ist es, Lehrkräfte fit für den Einsatz digitaler Methoden zu machen, Medienkompetenz zu fördern und Berufsschulen auf die Anforderungen einer digitalisierten Arbeitswelt vorzubereiten.
- Auf Bundesebene fördert das Projekt „KI B³ – Künstliche Intelligenz in die berufliche Bildung bringen“, das vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) unterstützt wird, die Entwicklung von Rahmenlehrplänen, Materialien und Qualifikationen für Auszubildende, Lehrkräfte und Fachkräfte. In Pilotregionen wie Reutlingen, Stuttgart und Karlsruhe wurde die Zusatzqualifikation „Künstliche Intelligenz und Maschinelles Lernen“ entwickelt, die inzwischen in weiteren Regionen verfügbar ist. Ziel ist es, Auszubildende praxisnah auf den Umgang mit KI vorzubereiten und die berufliche Bildung auf die Anforderungen einer zunehmend digitalisierten Arbeitswelt auszurichten. Ferner kann im Rahmen von KI B³ auch die Befähigung Geprüfte/-r Berufsspezialist/-in für Künstliche Intelligenz und Maschinelles Lernen (IHK) und der Bachelor Professional in Künstliche Intelligenz und Maschinelles Lernen (IHK) erworben werden.
- Zudem engagiert sich das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) intensiv für die systematische Förderung von KI-Kompetenzen in der beruflichen Bildung. Ein zentraler Bestandteil dieser Aktivitäten sind die regelmäßigen KI-Montagsforen, in denen Expertinnen und Experten über die Vermittlung von Grundlagen, Kompetenzen und ethischen Aspekten von Künstlicher Intelligenz diskutieren.
- Ein weiteres Förderinstrument ist der Hermann-Schmidt-Preis, mit dem besonders innovative Projekte ausgezeichnet werden, die KI praktisch in der beruflichen Bildung umsetzen. Gefragt sind Konzepte, die KI didaktisch einbetten, Lernorte vernetzen und Ausbildung innovativ gestalten.
- Darüber hinaus läuft seit Juni 2025 das Forschungsprojekt „Generative KI in der beruflichen Bildung“. Ziel des Projekts ist es, den aktuellen Einsatz generativer KI, etwa von Chat-Modellen, in Berufsschulen, überbetrieblichen Bildungsstätten und Betrieben zu erfassen und darauf aufbauend didaktisch durchdachte Konzepte für Ausbildung und Fortbildung zu entwickeln. Dabei sollen sowohl die Potenziale als auch die Risiken generativer KI für Lernprozesse berücksichtigt werden.
Universitäten, IHKs und Forschung stärken KI-Bildung
Ergänzend arbeiten auch Industrie- und Handelskammern (IHKs), Universitäten und andere Träger in verschiedenen Regionen an Fortbildungen und Trainings, um Lehrkräften, Ausbildenden und Auszubildenden den sicheren Umgang mit KI zu vermitteln und die Medien- und Handlungskompetenz zu stärken.
- Die Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf macht mit ihrem Projekt „KI für alle“ Grundlagenwissen zu Künstlicher Intelligenz für alle Interessierten zugänglich. Ziel ist es, systematisch KI-Kompetenzen zu vermitteln und Lernende für Chancen, Risiken und Anwendungen von KI zu sensibilisieren. Das niederschwellige Material ist in der HubbS-Mediathek frei verfügbar.
- In dem Projekt „KI in der Berufsausbildung“ bieten das Fraunhofer Institut IAIS und die Google Zukunftswerkstatt kostenlose E-Learning-Kurse und Live-Trainings für Lehrkräfte, Ausbildende und Berufsschulklassen an. In den Kursen werden praktische und interaktive Aufgaben eingesetzt. Damit lernen Lehrkräfte, wie KI funktioniert, wie man sie im Unterricht einsetzt und bekommen zusätzlich noch Unterrichtsmaterialien zur Verfügung gestellt.
- Für weiterführende Informationen und eine differenzierte Auseinandersetzung mit KI im Bildungswesen liefert das Dossier „KI in der Bildung“ von Educa eine umfassende Übersicht über Einsatzmöglichkeiten, Datenschutz und -anforderungen sowie rechtliche Fragestellungen.
Ein Fach „KI“ oder KI in allen Fächern?
Die geschilderten Entwicklungen und Initiativen zeigen deutlich, dass KI die berufliche Bildung schon jetzt nachhaltig verändert. Damit stellt sich letztendlich auch eine zentrale Frage: Sollte KI ein eigenes Fach werden oder fächerübergreifend in alle Lernbereiche integriert sein? Ein eigenes Fach könnte klare Strukturen, feste Lernziele und ausreichende Ressourcen bieten, um Grundlagen der KI, Funktionsweisen, Chancen, Risiken sowie ethische Fragen systematisch zu vermitteln. Eine fächerübergreifende Integration hingegen ermöglicht es, KI unmittelbar im jeweiligen beruflichen Kontext zu verankern – etwa im kaufmännischen Bereich, in technischen Berufen oder im Gesundheitswesen.
Für die berufliche Bildung spricht vieles für einen kombinierten Ansatz: Ein Basismodul, das allen Auszubildenden grundlegende KI-Kompetenzen vermittelt, könnte durch berufsspezifische Vertiefungen ergänzt werden, die digitale und KI-gestützte Arbeitsprozesse praxisnah aufgreifen. Gleichzeitig bleibt es wichtig, methodisch-digitale Kompetenzen in allen Fächern mitzudenken und als Querschnittsthema zu verankern. Auf diese Weise können Auszubildende nicht nur KI-Tools bedienen, sondern sie kritisch reflektieren, sinnvoll einsetzen und eigene KI-gestützte Arbeitsprozesse gestalten – Fähigkeiten, die in einer zunehmend digitalisierten Arbeitswelt unverzichtbar sein werden.
>> Wie denken Sie über das Thema? Diskutieren Sie gemeinsam in unserer Community.
>> In unserer Mediathek finden Sie über 1500 aktuelle Unterrichtsmaterialien zum Thema KI.
>> Passende Fortbildungen rund um KI gibt es in unserem Veranstaltungskalender.
>> Podcasts zu Künstlicher Intelligenz in der Bildung finden Sie hier.
>> Mehr Informationen vom BIBB über KI in der beruflichen Bildung finden Sie hier.
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