Neuordnung des Berufs Kaufmann für Mobilität und Verkehrsservice (m/w/d)

Zum 01.08.2026 tritt der neue Rahmenlehrplan für diesen Beruf in Kraft. Wir haben hier die wichtigsten Änderungen für Sie zusammengefasst.
Informationsschalter und Zuganzeige vom Hauptbahnhof Köln
Informationsschalter vom Kölner Hauptbahnhof © iStock / FroggyFrogg

Mit der Neuordnung des Berufs Kaufmann für Mobilität und Verkehrsservice (m/w/d) wurde die Ausbildung grundlegend modernisiert und an die Anforderungen eines zunehmend vernetzten Mobilitätssystems angepasst. Der neue Beruf ersetzt die Ausbildungsberufe Kaufmann für Verkehrsservice (m/w/d) sowie Kaufmann im Eisenbahn- und Straßenverkehr (m/w/d) und führt sie zu einem gemeinsamen, umfassenden Mobilitätsberuf zusammen. 

Ein zeitgemäßes Verständnis von Mobilität

Eine der wichtigsten Neuerungen betrifft das moderne Verständnis von Mobilität. Der Rahmenlehrplan definiert die Konzepte der Multimodalität und Intermodalität, die heute entscheidend für den Personenverkehr sind: Multimodalität bezieht sich auf die Vielfalt der genutzten Verkehrsmittel über einen bestimmten Zeitraum hinweg, ohne dass diese zwingend miteinander verknüpft sein müssen. Intermodalität beschreibt die geplante Verknüpfung und Nutzung verschiedener Verkehrsmittel für einen zusammenhängenden Weg oder eine Reisekette. Intermodalität ist somit als eine Unterform der Multimodalität zu verstehen. Die Entwicklung intermodaler Mobilitätsangebote stellt einen neuen Schwerpunkt im Rahmenlehrplan dar. Die Schülerinnen und Schüler werden befähigt, verschiedene Verkehrsmittel optimal miteinander zu verknüpfen, um effiziente und umweltfreundliche Reiseketten entsprechend der Kundenwünsche zu schaffen. Gleichzeitig wird der Fokus auf die multimodalen Verkehrsangebote gelegt, die den Nutzern eine flexible Auswahl und Kombination unterschiedlicher Transportmittel ermöglichen. 

Projektorientiertes Arbeiten als neuer Grundpfeiler

Neu hinzugekommen ist außerdem ein umfassender Fokus auf projektorientiertes Arbeiten, das die Grundlage für die Konzeption multimodaler Mobilitätsdienstleistungen bildet. Durch das Bearbeiten von Projekten, die realen Arbeits- und Geschäftsprozessen aus dem Bereich der Mobilität nachempfunden sind, vertiefen die Schülerinnen und Schüler ihr Verständnis für die Komplexität von Verkehrssystemen. Sie planen und gestalten innovative intermodale Reiseoptionen und entwickeln Strategien für nachhaltige multimodale Angebote. Der frühere Bezug zu stark operativen Tätigkeiten im spezifischen Verkehrsträger rückt damit zugunsten universell einsetzbarer, methodischer Projektkompetenzen in den Hintergrund. 

Mehr Nachhaltigkeit sowie Umwelt- und Klimaschutz

Die Neuordnung stärkt die Themen Nachhaltigkeit, Ressourcenschonung, Klimaschutz und soziale Verantwortung. Die Auszubildenden sollen lernen, Mobilitätsangebote nicht nur wirtschaftlich, sondern auch ökologisch und gesellschaftlich sinnvoll zu gestalten. In früheren Berufen waren diese Themen weniger präsent. 

Kultursensibilität und Inklusion als feste Bestandteile

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist das kultursensible und inklusive Handeln im Arbeitskontext, um den unterschiedlichen Bedürfnissen der Fahrgäste sowie der Kolleginnen und Kollegen gerecht zu werden. Die Lernfelder 6, 7 und 14 befassen sich zum Beispiel mit der Zusammenarbeit mit mobilitätseingeschränkten Kundinnen und Kunden. Diese Inhalte stellen eine Weiterentwicklung früherer Ausbildungsinhalte dar, die auch Kundenorientierung beinhalteten, aber weniger stark auf Inklusion und Sensibilität gegenüber unterschiedlichen Zielgruppen ausgerichtet waren. 

Digitalisierung als durchgängiges Leitmotiv

Ein stark ausgebauter Bereich ist die Digitalisierung. Der versierte Umgang mit informationstechnischen Systemen und der Einsatz digitaler Medien unter Einhaltung von Datenschutz und Datensicherheit sind integrale Bestandteile aller Lernfelder. Im Gegensatz dazu enthielten frühere Lehrpläne zwar ebenfalls EDV-Bezüge, doch nicht in dieser Breite und Tiefe. Dies trägt der Tatsache Rechnung, dass moderne Verkehrsunternehmen digitale Systeme in nahezu allen Bereichen einsetzen – vom Vertrieb über Kundenservice bis hin zur Sicherheitskommunikation. 

Fazit: Ein moderner Beruf für die Mobilität der Zukunft

Die Neuordnung schafft eine moderne, vielseitige und zukunftsorientierte Ausbildung. Sie nimmt Rücksicht auf die fortschreitende Digitalisierung, neue Mobilitätsformen, steigende Anforderungen an Nachhaltigkeit sowie die zunehmende Bedeutung von Service, Sicherheit und interkultureller Kompetenz. Gleichzeitig verzichtet sie auf verkehrsträgerspezifische Spezialisierungen, um den Auszubildenden ein breites Einsatzspektrum in allen Bereichen des Personenverkehrs zu ermöglichen.

>> Neuer Rahmenlehrplan des Berufs (gültig ab 01.08.2026)

>> Berufsporträt des aktuell geltenden Berufs Kaufmann für Verkehrsservice (m/w/d)

>> Berufsporträt des aktuell geltenden Berufs Kaufmann im Eisenbahn- und Straßenverkehr (m/w/d)

 

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HubbS-Redaktion
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