Zwei berufliche Schulen für den Deutschen Schulpreis 2026 nominiert
Die Nominierten für den Deutschen Schulpreis 2026 stehen fest: Aus ursprünglich 87 Bewerbungen hat die Jury 15 Schulen für das Finale ausgewählt. Darunter befinden sich auch zwei berufliche Schulen, die mit innovativen Konzepten, individueller Lernbegleitung und einer starken Orientierung an den Bedürfnissen ihrer Lernenden überzeugen.
Ferdinand-von-Steinbeis-Schule in Tuttlingen (Baden-Württemberg)
Die Ferdinand-von-Steinbeis-Schule in Tuttlingen vereint zahlreiche Bildungsgänge unter einem Dach – von der Ausbildungsvorbereitung bis zum Abitur. Ausgangspunkt ihrer Schulentwicklung ist die große Vielfalt der Lernenden mit unterschiedlichen Bildungsbiografien und kulturellen Hintergründen. Statt diese Heterogenität als Herausforderung zu betrachten, nutzt die Schule sie als Grundlage für individuelle Lernwege.
Besonders hervor hebt die Jury das sogenannte „Innovationslabor“ der Schule. Dort werden Unterrichtsformen kontinuierlich weiterentwickelt und an die Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler angepasst. Kurze Inputphasen wechseln sich mit selbst-organisierten Lernzeiten ab, in denen differenzierte Aufgaben bearbeitet werden. Digitale Lernplattformen unterstützen dabei individuelles Lernen im eigenen Tempo. Praxisnahe Projekte und Kooperationen mit regionalen Unternehmen sorgen gleichzeitig für einen engen Bezug zur beruflichen Realität.
Hans-Leipelt-Schule Donauwörth (Bayern)
Auch die Hans-Leipelt-Schule in Donauwörth hat es unter die besten 15 Schulen Deutschlands geschafft. Die Fach- und Berufsoberschule begleitet rund 620 Lernende auf ihrem Weg zum Fachabitur oder Abitur. Viele von ihnen bringen bereits Berufserfahrung mit, finanzieren ihren Lebensunterhalt selbst oder kehren nach mehreren Jahren im Berufsleben noch einmal in die Schule zurück.
Um diesen unterschiedlichen Lebenssituationen gerecht zu werden, entwickelte die Schule das Unterrichtskonzept „BOSVision“. Neue Inhalte werden zunächst in kurzen Instruktionsphasen eingeführt. Anschließend arbeiten die Schülerinnen und Schüler eigenständig mit Materialien auf unterschiedlichen Niveaustufen weiter. Lehrkräfte verstehen sich dabei zunehmend als Lernbegleiterinnen und Lernbegleiter, die durch regelmäßiges Feedback und Lernstandsgespräche unterstützen. Ergänzt wird das Konzept durch individuelle Lernbegleitung und besondere Formate wie die „Komm-gut-an-Woche“, die den Wiedereinstieg in den Schulalltag erleichtert.
Wer den Deutschen Schulpreis 2026 gewinnt, entscheidet sich bei der Preisverleihung am 29. September 2026 in Berlin. Der Hauptpreis ist mit 100.000 Euro dotiert, fünf weitere Preise werden mit jeweils 30.000 Euro ausgezeichnet.
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