KI-Schulpreis 2025: Diese Schulen haben gewonnen

Wir stellen Ihnen die KI-Projekte der Gewinner und der nominierten Schulen vor.
Azubi spricht mit KI
Dank Spracherkennung können Azubis mit einigen KI-Tools auch sprechen. © iStock / whitebalance.space 

Der KI-Schulpreis 2025 zeichnet Schulen aus, die innovative KI-Konzepte entwickeln und umsetzen. Gesucht wurden ganzheitliche Schulstrategien und gezielte Anwendungen in einzelnen Fachbereichen. Unter den nominierten Schulen waren auch vier berufliche Schulen, die mit ihren KI-Konzepten überzeugen könnten. Die Preisverleihung fand am 16. Januar 2026 in Heilbronn statt. Lassen Sie sich von den Beispielen zu eigenen Projekten inspirieren.

Gewinner KI-Teilkonzept 2025

Platz 1: Friedensschule Osnabrück: demoKI

Das Modellprojekt demoKI verbindet KI- und Demokratiebildung. In drei Phasen lernen die Schülerinnen und Schüler, wie KI funktioniert und welche ethischen und gesellschaftlichen Folgen sie hat. Sie entwickeln eigene Bots, gestalten KI-basierte Lernspiele und veröffentlichen ihre Ergebnisse. Die technische Grundlage bildet SchulKI.

Platz 2: Carl-Orff-Grundschule Wiesbach: Krisenhelfer RLP

Das Projekt Krisenhelfer RLP nutzt KI in der Schulorganisation und Prävention. Der KI-gestützte Chatbot unterstützt die Schulleitung und das Kollegium dabei, in Krisensituationen schnell und strukturiert zu handeln. Technisch basiert der Krisenhelfer auf der vom Land bereitgestellten Plattform fobizz.

Platz 3: Ernst-Reuter-Schule Pattensen: Schulfach Cyberethik

Im neuen Fach Cyberethik lernen die Schülerinnen und Schüler der 8. Klasse, wie KI funktioniert und wie sie verantwortungsvoll genutzt werden kann. Dabei werden Themen wie Bias und Fairness, Fake News, Klima und Berufsorientierung praxisnah und altersgerecht behandelt. 

Weitere KI-Teilkonzepte

BBS II Northeim: ReGENius, ReGENius K9 und EcoTeach

Im Schwerpunkt Forst- und Agrarbildung wurden drei Fach-GPTs entwickelt: ReGENius, ReGENius K9 und EcoTeach. ReGENius erstellt standortbezogene Prognosen, schlägt Baumartenstrategien vor, empfiehlt Entnahmepunkte vor Erreichen klimatischer Grenzen und bewertet Managementpfade zwischen Wirtschaftswald, natürlicher Sukzession und Habitatentwicklung. ReGENius K9 unterstützt bei der Erstbeurteilung von Rissen großer Beutegreifer und leitet Nutzende durch die strukturierte Erfassung. EcoTeach generiert altersgerechte BNE-Unterrichtsbausteine, bezieht regionale Klimaszenarien ein und liefert Methoden, um Klimawandel erfahrbar zu machen.

BBS Wechloy Oldenburg: Schnackbar

Das KI-Projekt Schnackbar soll dabei unterstützen, Sprachhemmungen abzubauen und kommunikative Handlungskompetenz zu fördern. Die Lernenden trainieren in einer VR-Lernumgebung mit KI-gestützten Avataren Gesprächssituationen. Das System gibt unmittelbares individuelles Feedback. Technisch basiert die Schnackbar auf einer Kombination aus Spracherkennung, Sprachinteraktion und Text-to-Speech-Software.

Veldenz Gymnasium Lauterecken: Unterrichtsangebot zu KI

In Klasse 8 bietet die Schule ein Unterrichtsangebot zu Künstlicher Intelligenz, das notenfrei gestaltet ist und von Lehrkräften verschiedener Fächer unterrichtet wird. Schülerinnen und Schüler üben Prompten, testen KI-gestützte Assistenten, erstellen Inhalte mit Bild- und Textgeneratoren und setzen sich mit Themen wie Deepfakes, Bias, Urheberrecht und Transparenz auseinander.

BBS1 Gifhorn: Virtuelle Sporthalle

In der virtuellen Sporthalle können Lernende Trainingssituationen gestalten, Sportangebote planen und ausprobieren. Dabei werden sie von zwei digitalen Chatbots unterstützt: Heike liefert didaktische Hinweise und Unterrichtsmaterialien. Mika gibt fachliche Rückmeldungen, Tipps und Anregungen für die Praxisplanung. Die technische Grundlage bildet EngageVR.

Freiherr-vom-Stein-Schule Immenhausen: KI-Führerschein

Der KI-Führerschein vermittelt Schülerinnen und Schüler ab Jahrgangsstufe 6 Grundlagenwissen zu Funktionsweise und Einsatz von KI. Er sensibilisiert für ethische Fragen und trainiert den Umgang mit digitalen Werkzeugen. Im Unterricht wird KI beispielsweise in Deutsch, Kunst und Geschichte eingesetzt.

Adelheidisschule Bonn: KI-ENNA

Die Schule nutzt das offene Framework KI-ENNA, das neuronale Netze im Browser sichtbar macht. Schülerinnen und Schüler trainieren eigene kleine Modelle im Klassenraum, übertragen das Modell auf einen Microcontroller und machen die Ergebnisse über LEDs oder Sensoren erlebbar. KI-ENNA zeigt den Trainingsprozess transparent an. Lehrkräfte nutzen diese Sichtbarkeit, um Bias, Fehlklassifikationen und Grenzen von Modellen zu besprechen.

Gewinner KI-Gesamtkonzept 2025

Platz 1: Carl-Fuhlrott-Gymnasium Wuppertal

Lehrkräfte entwickeln didaktische KI-Agents, die Lernende schrittweise zum Ziel führen. So wird KI zum Coach, der durch Rückfragen und Impulse das Denken anregt. Ergänzt wird das System durch FelloFish, das automatisiertes Feedback für große Lerngruppen liefert, und Classtime, das Lernstände analysiert und Lehrkräfte entlastet. Fobizz dient als Assistenztool für Planung, Materialerstellung und Reflexion. Parallel wächst der Schulbot Carl – ein internes Agentensystem, das Wissen bündelt, häufige Fragen beantwortet und das Kollegium organisatorisch unterstützt. Auch ein Prompt-Framework-Bot wurde entwickelt: Er hilft Schülerinnen und Schülern, ihre Anfragen an KI präziser zu formulieren, und stärkt so das Verständnis für den Umgang mit Sprache und Information.

Platz 2: Bertha-von-Suttner-Schule Mörfelden-Walldorf

Das pädagogische Herzstück der Schule ist das Selbstgesteuerte Lernen. Schon ab Klasse 5 übernehmen Kinder Verantwortung für ihren Lernprozess: Sie planen, reflektieren und dokumentieren ihre Fortschritte, begleitet von Lehrkräften, die als Lerncoaches agieren. In der Oberstufe führt das Konzept Individuelles Selbstgesteuertes Lernen zu forschendem, projektorientiertem Arbeiten, das zunehmend KI-gestützte Werkzeuge integriert.

Platz 3: Neue Grundschule Potsdam

In der inklusiven, bilingualen Schule wird Künstliche Intelligenz als Lernpartnerin genutzt. Gemeinsam mit KI erstellen Kinder Lernpfade, trainieren Lesestrategien mit unmittelbarem Feedback, planen Podcasts oder Filme und nutzen KI zur Ideenfindung, Visualisierung und Textüberarbeitung. Lehrkräfte setzen KI für Differenzierung, Scaffolding und Planung ein. 

Platz 3: Käthe-Kollwitz-Gymnasium Berlin

Das von den Lehrkräften entwickelte Konzept Own your power integriert Künstliche Intelligenz systematisch in Unterricht und Schulalltag. Zentraler Bestandteil sind die KI-Kompetenztage, die alle Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 7 bis 10 durchlaufen. Sie vermitteln Basiswissen zu Funktionsweise, Chancen und Risiken von KI. Daran schließen sich praxisnahe Anwendungen im Unterricht an: Chatbots im Fremdsprachenunterricht, KI-generierte Visualisierungen in Kunst, Sprachtools in den Willkommensklassen oder Forschungsprojekte im StudienLab Wissenswelten & KI. Im Zusatzkurs KI der Oberstufe programmieren Lernende eigene Anwendungen und reflektieren ethische Fragen.

Weitere KI-Gesamtkonzepte

Lippe Berufskolleg Lünen

Digitalisierung und Künstliche Intelligenz dabei fester Bestandteil des Schulprofils, strukturell abgesichert durch LOGINEO NRW, eine flächendeckende iPad-Ausstattung, Virtual-Reality-Anwendungen und ein eigenes KI-Konzept, das Unterricht, Organisation und Berufsorientierung miteinander verbindet. Zentral ist der entwickelte KI-Assistent Wizzy, der Lehrkräfte bei der Planung und Dokumentation von Bildungsgängen unterstützt. Wizzy greift auf landesweit gültige Curricula, Kompetenzraster und Rahmenlehrpläne zu und erstellt daraus Vorschläge für die didaktische Jahresplanung. Schülerinnen und Schüler nutzen das KI-Buddy-System: individuell angepasste Chatbots, die beim Lernen, in der Sprachförderung oder bei der Prüfungsvorbereitung helfen. Sie fördern Selbststeuerung, liefern Feedback und machen Lernprozesse adaptiv. 

Stiftland-Gymnasium Tirschenreuth

Die Schule betreibt einen eigenen KI-Hochleistungsserver vor Ort, auf dem rund 20 spezialisierte Open-Source-Sprachmodelle laufen, die über die Benutzeroberfläche open-webui gesteuert werden. Ein Modell ist direkt an die Moodle-Lernplattform angebunden, zusätzlich nutzen Lehrkräfte und Schülerschaft SchulKI.de. Lehrkräfte nutzen KI, um Übungsaufgaben zu generieren, Texte zu vereinfachen oder individuelle Rückmeldungen zu geben. Schülerinnen und Schüler setzen sie ein, um sich Inhalte erklären zu lassen oder eigene Projekte umzusetzen. In der Oberstufe trainieren Schülerinnen und Schüler eigene KI-Modelle und entwickeln KI-gestützte Programme – von der Sentiment-Analyse bis zu Lernhilfen für jüngere Klassen. In 3D-Druck-Projekten werden mit KI entworfene Grafiken in CAD-Modelle überführt und ausgedruckt. In den Sprachen entstehen Hörübungen aus KI-generierten Dialogen.

Sekundarschule am Biegerpark Duisburg

Im Unterricht kommen verschiedene KI-Systeme zum Einsatz, von lokalen Lösungen wie ChatGPT4All oder Ollama bis hin zu Anwendungen wie Fobizz, NotebookLM oder Manus AI. Letztere analysiert anonymisierte Lern- und Leistungsdaten und unterstützt die Schulentwicklung mit datenbasierten Erkenntnissen. Für die Schülerinnen und Schüler bedeutet das: personalisierte Lernpfade, individuelles Feedback und barrierefreie Zugänge zu Inhalten durch vereinfachte Texte, Übersetzungen oder Audioformate. Mit NotebookLM erstellen Schülerinnen und Schüler eigene Podcasts oder Lernfilme, mit Gamma AI gestalten sie Präsentationen. Pilotgruppen entwickeln eigene KI-Bots, die als Lernassistenten im Unterricht eingesetzt werden sollen.

Hans-Carossa-Grundschule Passau

Die Schule nutzt KI für die Leseförderung. Mit EKidz trainieren die Schülerinnen und Schüler täglich Leseflüssigkeit und Textverständnis. Die App passt Texte an das individuelle Niveau an und ersetzt Lesepässe durch unmittelbares Feedback. Das senkt Hürden für DAZ-Kinder und stärkt schwächere Kinder, ohne leistungsstarke auszubremsen. In Lernmax üben die Klassen Mathematik und Deutsch in kurzen, motivierenden Sequenzen, die Lehrkräfte gezielt steuern. So lassen sich Übungsphasen besser differenzieren und Lernfortschritte verlässlich beobachten.

Grundschule Auf den Höhen Thale

Lehrkräfte nutzen ChatGPT oder emuKI, um Unterrichtsmaterial zu erstellen, Stoffverteilungspläne zu überarbeiten oder Elternbriefe zu formulieren. Auch Zeugnisse, Wettbewerbsbeiträge oder pädagogische Konzepte entstehen mithilfe der KI.

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HubbS-Redaktion
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