Tarifliche Ausbildungsvergütungen 2025
Die tariflichen Ausbildungsvergütungen in Deutschland sind 2025 das zweite Jahr in Folge deutlich gestiegen. Laut aktuellen Auswertungen des Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) erhalten Auszubildende in tarifgebundenen Betrieben im Durchschnitt 1209 Euro brutto pro Monat und somit ein Plus von 6,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Bereits 2024 war mit 6,3 Prozent ein außergewöhnlich hoher Anstieg verzeichnet worden. Damit liegen die Zuwächse deutlich über der Inflationsrate von durchschnittlich 2,2 Prozent im Jahr 2025. Reale Einkommensverluste bzw. Kaufkraftverluste aus den Vorjahren konnten somit spürbar ausgeglichen werden.
Deutliche Unterschiede zwischen Branchen
Die Höhe der Ausbildungsvergütung variiert stark nach Ausbildungsbereich:
- Öffentlicher Dienst: 1329 Euro
- Hauswirtschaft: 1295 Euro
- Industrie und Handel: 1266 Euro
- Landwirtschaft: 1188 Euro
- Freie Berufe: 1098 Euro
- Handwerk: 1093 Euro
Besonders hohe Steigerungen gab es im öffentlichen Dienst (+7,7 %) sowie in Industrie und Handel (+7,2 %). Das Handwerk verzeichnete mit 4,5 Prozent den geringsten Zuwachs. Auch regional haben sich die Vergütungen weiter angeglichen: Ost- und Westdeutschland liegen 2025 nahezu gleichauf (1213 € Ost / 1208 € West).
Tarifliche Vergütung höher als nicht-tarifliche Vergütung
Die vom BIBB veröffentlichten Werte beziehen sich auf tariflich vereinbarte Ausbildungsvergütungen. Laut Tarifarchiv des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts haben nur 55 Prozent der Auszubildenden einen tariflichen Ausbildungsvertrag (2022). Nicht-tarifgebundene Betriebe dürfen rechtlich die branchenübliche tarifliche Vergütung um bis zu 20 Prozent unterschreiten, solange die gesetzliche Mindestausbildungsvergütung eingehalten wird (siehe § 17 BBiG). So zeigt der Ausbildungsreport 2025 vom Deutschen Gewerkschaftsbund, dass Auszubildende im Jahr 2024 durchschnittlich rund 1026 Euro brutto pro Monat erhalten haben. Der tarifliche Durchschnittswert lag im selben Zeitraum jedoch bei etwa 1133 Euro. Diese Differenz verdeutlicht, dass gerade in Branchen mit geringerer Tarifbindung (etwa in Teilen des Handwerks oder bestimmten Dienstleistungs- und IT-Bereichen) sich die real vereinbarten Vergütungen häufig unter dem tariflichen Niveau bewegen.
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