Besser prompten mit der KLARO-Regel – KI wirksam im Schulalltag nutzen

Künstliche Intelligenz kann Lehrkräfte an beruflichen Schulen spürbar entlasten. Entscheidend für gute Ergebnisse ist dabei die präzise Formulierung Ihrer Anfrage – genau hier setzt professionelles Prompting an.
Die Hände eines Mannes halten ein Handy. Über dem Handy ist ein Hologramm einer AI und eines Prompts.

Ein Prompt ist die Anweisung, die Sie einem KI-System geben. Je klarer, strukturierter und zielgerichteter diese Anweisung formuliert ist, desto brauchbarer und präziser fällt die Antwort aus. Unscharfe oder sehr allgemeine Eingaben führen häufig zu oberflächlichen oder wenig hilfreichen Ergebnissen. Eine einfache und praxistaugliche Struktur bietet die sogenannte KLARO-Regel von Julia Junge. Sie hilft Ihnen, Ihre Prompts systematisch aufzubauen und typische Fehler zu vermeiden. Die KLARO-Regel steht für Kontext, Leitlinien, Aufgabe (und Ziel), Rolle sowie Output. Hinter jedem dieser Begriffe verbirgt sich ein zentraler Baustein für gelingendes Prompting.

K wie Kontext – den Rahmen klären

Mit dem Kontext beschreiben Sie den Rahmen Ihrer Anfrage. Dazu gehören Angaben zu Ihrer Schulform, zum Bildungsgang, zum Fach, zur Klassenstufe oder zur konkreten Unterrichtssituation. Gerade an beruflichen Schulen ist dieser Schritt besonders wichtig, da Lernvoraussetzungen, berufliche Fachrichtungen und Praxisbezüge stark variieren. Wenn Sie beispielsweise angeben, dass Sie eine Klasse im ersten Ausbildungsjahr im Bereich Mechatronik unterrichten und eine Einführung in Steuerungstechnik planen, kann die KI ihre Antwort deutlich passgenauer formulieren, als wenn Sie lediglich nach „Unterrichtsmaterial zur Steuerungstechnik“ fragen.

L wie Leitlinien – Qualitätskriterien festlegen

Leitlinien legen fest, wie die Aufgabe bearbeitet werden soll. Hier definieren Sie Qualitätsansprüche und didaktische Kriterien. Sie können etwa vorgeben, dass die Inhalte handlungsorientiert gestaltet sein sollen, Beispiele aus dem Berufsalltag enthalten müssen oder sprachlich auf ein bestimmtes Niveau abgestimmt sein sollen. Auch Hinweise wie „bitte in klarer, verständlicher Sprache“, „mit Bezug zur Abschlussprüfung“ oder „unter Berücksichtigung heterogener Lernvoraussetzungen“ zählen zu Leitlinien. Sie verhindern, dass die KI zu allgemein oder an Ihrer Zielgruppe vorbei formuliert.

A wie Aufgabe und Ziel – konkret formulieren

Die Aufgabe und das Ziel bilden den Kern Ihres Prompts. Hier beschreiben Sie möglichst konkret, was erstellt oder bearbeitet werden soll. Statt allgemein um „ein Arbeitsblatt“ zu bitten, ist es hilfreicher zu formulieren, dass Sie beispielsweise fünf praxisnahe Fallbeispiele mit Lösungen zur Vorbereitung auf eine Klassenarbeit benötigen oder einen Verlaufsplan für eine 90-minütige Unterrichtseinheit mit klar ausgewiesenen Sozialformen. Je präziser Sie Ihr Ziel benennen, desto eher erhalten Sie ein Ergebnis, das Sie direkt weiterverwenden oder mit geringem Anpassungsaufwand einsetzen können.

R wie Rolle – Perspektive definieren

Mit der Rolle geben Sie der KI eine Perspektive. Sie können festlegen, aus welchem fachlichen oder pädagogischen Blickwinkel die Antwort formuliert werden soll, etwa als erfahrene Berufsschullehrkraft, als Ausbilderin in einem bestimmten Berufsfeld oder als Prüfungsexperte. Diese Rollenzuweisung schärft den Ton, die Tiefe und den Fokus der Antwort. Gerade bei komplexen Themen oder sensiblen Rückmeldungen an Lernende kann eine klar definierte Rolle die Qualität der Ergebnisse deutlich steigern.

O wie Output – das Format bestimmen

Der Output beschreibt das gewünschte Format der Antwort. Möchten Sie eine Tabelle, eine nummerierte Liste, einen zusammenhängenden Text, Stichpunkte oder einen tabellarischen Unterrichtsverlaufsplan? Soll die Antwort maximal eine bestimmte Wortzahl umfassen oder direkt kopierfähig für ein Arbeitsblatt sein? Indem Sie das Format klar vorgeben, vermeiden Sie zusätzliche Nacharbeit und erhalten strukturierte Ergebnisse, die sich unmittelbar in Ihren Schulalltag integrieren lassen.

Typische Fehler vermeiden – strategisch statt zufällig prompten

Erfahrungen aus der Praxis zeigen, dass viele Schwierigkeiten beim Prompting auf wiederkehrende Fehler zurückzuführen sind. Dazu gehört vor allem zu allgemeines Formulieren ohne klaren Kontext. Ebenso problematisch sind mehrere unterschiedliche Anliegen in einem einzigen Prompt oder unklare Erwartungen an das Ergebnis. Wenn Sie der KI keine eindeutige Richtung geben, muss sie Annahmen treffen – und diese entsprechen nicht immer Ihren Vorstellungen. Die KLARO-Struktur hilft Ihnen, solche Fehler systematisch zu vermeiden und strategisch statt zufällig zu prompten.

Mehrwert für Unterricht und Organisation

Für Lehrkräfte an beruflichen Schulen bietet diese Vorgehensweise einen doppelten Mehrwert: Zum einen sparen Sie Zeit bei der Unterrichtsvorbereitung, weil Sie schneller zu verwertbaren Materialien gelangen. Zum anderen erhöhen Sie die Qualität der Ergebnisse, da diese stärker auf Ihre konkrete Lerngruppe, das jeweilige Berufsfeld und die curricularen Anforderungen abgestimmt sind. Auch bei organisatorischen Aufgaben – etwa beim Formulieren von Elterninformationen, Protokollen, Projektbeschreibungen oder Feedbacktexten – sorgt die KLARO-Regel für Klarheit und Effizienz.

KLARO als professionelle Routine

Es empfiehlt sich, bewährte Prompt-Strukturen für wiederkehrende Aufgaben zu speichern und bei Bedarf anzupassen. So entwickeln Sie mit der Zeit eine persönliche Prompt-Bibliothek für typische Situationen im Schulalltag. Auf diese Weise wird KI nicht zum Zufallsinstrument, sondern zu einem professionellen Werkzeug, das Sie gezielt und reflektiert einsetzen.

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HubbS-Redaktion
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