Bilder spielen im Berufsschulunterricht eine wichtige Rolle, sei es zur Visualisierung komplexer Inhalte, für Lernprodukte oder multimediale Präsentationen. Häufig ist es notwendig, Bilddateien vor dem Einsatz im Unterricht zu bearbeiten oder anzupassen. In den vergangenen Jahren hat sich der Markt deutlich weiterentwickelt: Neben klassischen Desktop-Programmen gewinnen browserbasierte Anwendungen sowie Apps für Tablets und Smartphones zunehmend an Bedeutung. Sie ermöglichen einen flexiblen Einsatz, etwa in BYOD-Szenarien, bei Projektarbeiten oder im Distanzunterricht.
Es braucht also kein professionelles Grafikstudio, um Bilder ansprechend zu bearbeiten – wohl aber einen Überblick über zeitgemäße, kostenlose Werkzeuge.
Kostenlose Desktop-Programme
GIMP – leistungsstarke Open-Source-Bildbearbeitung
GIMP bietet einen umfangreichen Funktionsumfang, der sich für einfache Retuschen ebenso eignet wie für komplexe Bildbearbeitungen.
Funktionen:
- Ebenen, Masken und Kanäle
- Werkzeuge für Retusche und Freistellung
- Farbkorrektur und Tonwertanpassung
- Filter, Effekte und Plug-ins
- Import/Export zahlreicher Formate
Typ: Open-Source-Software
Betriebssysteme: Windows, macOS, Linux
Download: https://www.gimp.org
Paint.NET – intuitiver Editor für Windows
Paint.NET ist ein beliebter Windows-Editor mit guter Balance zwischen Funktionsumfang und Bedienkomfort.
Funktionen:
- Mehrere Ebenen und Effekte
- Helligkeit, Kontrast, Sättigung
- Rote-Augen-Korrektur
- Weich- und Scharfzeichner
- Plug-in-Unterstützung
Typ: kostenlose Software
Betriebssysteme: Windows 10, Windows 11
Download: https://www.getpaint.net
Krita – starke Open-Source-Lösung für Kreative
Krita richtet sich zwar an Illustratoren, lässt sich aber auch gut zur Bildbearbeitung einsetzen.
Funktionen:
- Ebenen und Masken
- Helligkeits-/Kontrastkurven
- Viele Pinsel- und Retusche-Tools
- Unterstützung für große Dateien
Typ: Open-Source-Software
Betriebssysteme: Windows, macOS, Linux
Download: https://krita.org
IrfanView – Basis-Bildeditor für Windows
IrfanView ist zwar kein vollwertiges Profi-Bildbearbeitungsprogramm, bietet aber nach wie vor solide Grundfunktionen für die Bildbearbeitung, Anzeige und Stapelverarbeitung.
Funktionen:
- Zuschneiden, Drehen und Zoomen
- Farb- und Gammaanpassung
- Effekte und Rote-Augen-Korrektur
- Stapelverarbeitung und Konvertierung
- Diashows und Plug-ins
Typ: kostenlose Software
Betriebssysteme: Windows 10, Windows 11
Download: https://www.irfanview.com
Inkscape – Vektorgrafiken erstellen und bearbeiten
Inkscape eignet sich zur Erstellung und Bearbeitung von Vektorgrafiken, insbesondere für Logos, Diagramme, Icons oder Illustrationen. Das Programm arbeitet mit dem standardisierten SVG-Format.
Funktionen:
- Erstellen und Bearbeiten von Formen und Pfaden
- Knoten- und Textwerkzeuge
- Farbverläufe und Transparenzeffekte
- Import und Export verschiedener Grafikformate
Typ: Open-Source-Software
Betriebssysteme: Windows, macOS, Linux
Download: https://inkscape.org
Browserbasierte Bildbearbeitung
Photopea – Photoshop-ähnlicher Online-Editor
Photopea lässt sich direkt im Browser nutzen und unterstützt viele Dateiformate wie PSD, XCF oder SVG.
Funktionen:
- Ebenen und Masken
- Text- und Grafikwerkzeuge
- Skalieren, Zuschneiden, Farbanpassungen
- Export in viele Formate
Typ: kostenlose Web-Anwendung
Betriebssysteme: Alle mit aktuellem Browser
Webseite: https://www.photopea.com
Pixlr – moderne Bildbearbeitung im Web
Pixlr kombiniert einfache und erweiterte Bearbeitungsmodi (Pixlr X/E) und bietet KI-gestützte Funktionen.
Funktionen:
- Automatische Optimierung
- Hintergrund-Entfernung
- Effekte & Filter
- Ebenen-Workflow
Typ: kostenlose Web-Anwendung
Betriebssysteme: Alle mit aktuellem Browser
Webseite: https://pixlr.com
Canva Free – Bildbearbeitung kombiniert mit Layout-Tools
Canva ist besonders geeignet für Projekte, Präsentationen und Social-Media-Inhalte.
Funktionen:
- Drag-and-Drop-Editor
- Filter und Effekte
- Texte und grafische Vorlagen
- Hintergrundentfernung
Typ: kostenlose Web-Anwendung (Registrierung erforderlich)
Betriebssysteme: Browser, iOS, Android
Webseite: https://www.canva.comhttps://www.canva.com
Mobile Apps für unterwegs
Auch auf Tablets und Smartphones stehen leistungsfähige Apps zur Verfügung, die sich gut für Unterrichtsprojekte oder die schnelle Bearbeitung eigener Fotos eignen.
Adobe Photoshop Express – kompakte Bildbearbeitung
Adobe Photoshop Express bietet grundlegende Werkzeuge zur Bildoptimierung, Retusche und Anwendung von Filtern in einer übersichtlichen mobilen Oberfläche.
Funktionen:
- Einfache Optimierung
- Filter, Effekte & Text
- Freistellung und Zuschneiden
Typ: kostenlose App (Adobe-Konto erforderlich)
Betriebssysteme: Android, iOS
Snapseed – Profi-Editor von Google
Snapseed stellt umfangreiche Werkzeuge zur präzisen Farb- und Tonwertkorrektur sowie zur selektiven Bearbeitung von Fotos bereit.
Funktionen:
- Umfangreiche Farb- und Tonwertkorrekturen
- Selektive Bearbeitung
- Retusche-Tools
Typ: kostenlose App
Betriebssysteme: Android, iOS
Redaktioneller Hinweis / Änderungen zum 19.02.2026 gegenüber der vorherigen Version vom 12.01.2023
Aktualisiert wurden:
- Überarbeitung der Tool-Liste mit Fokus auf aktuell gepflegte Programme
- Aufnahme browserbasierter und KI-gestützter Werkzeuge
- Anpassung der Systemanforderungen (ältere OS entfernt)
Neu aufgenommen:
- Browserbasierte Bildbearbeitungs-Tools
- Mobile Apps mit Fokus auf Unterrichtseinsatz
Eingeschränkt empfohlen:
- IrfanView: Stark bei Stapelverarbeitung und Konvertierung, aber keine vollwertige Ebenen- oder Retuschebearbeitung.
- Paint.NET: Gute Basisfunktionen, jedoch nur Windows und weniger leistungsfähig als GIMP.
- Canva (Free): Sehr gut für Layout und Social Media, aber viele erweiterte Funktionen sind kostenpflichtig; außerdem Cloud-gebunden.
- Fotor (nicht in Liste aufgeführt): Viele KI-Funktionen nur eingeschränkt kostenlos; teilweise starke Werbeeinblendungen.
- PhotoRoom (nicht in Liste aufgeführt): Fokus stark auf Freistellung; Funktionsumfang insgesamt begrenzt.
Die Kennzeichnung „eingeschränkt empfohlen“ stellt keine Qualitätsbewertung dar, sondern bezieht sich auf den jeweiligen Einsatzkontext im Unterricht. Einschränkungen können sich etwa aus einem reduzierten Funktionsumfang, einer starken Spezialisierung, einer Plattformbindung oder Begrenzungen in der kostenlosen Version ergeben. Auch cloudbasierte Lösungen sind abhängig von schulischen Rahmenbedingungen nicht immer uneingeschränkt nutzbar. Für klar umrissene Aufgaben können diese Werkzeuge dennoch gut geeignet sein. Für komplexere Bildbearbeitungen empfiehlt sich der Einsatz leistungsstärkerer Programme.
Die App „Lernacker“, die das Computer-Simulationsspiel „Landwirtschaftssimulator“ in den Unterricht integriert, wurde sowohl von der Experten- als auch von der Publikums-Jury ausgezeichnet. Die Preisverleihung fand auf dem Hofgut Richerode statt, wo die Schülerinnen und Schüler der Landwirtschaftsklasse den praktischen Teil ihrer Ausbildung absolvieren.
Die von der Schule entwickelte App ist in einzelne Lerneinheiten aufgeteilt, welche die Klasse mit ihren Lehrkräften durchführt. Die übergeordnete Aufgabe lautet: Bewirtschafte deinen eigenen Hof. Dabei bestimmen die Schülerinnen und Schüler zum Beispiel den pH-Wert von Böden, um den Dünger-Bedarf zu berechnen, striegeln Weizenfelder und ernten Getreide. Die Maschinen und Traktoren, die auf dem Hofgut Richerode im Einsatz sind, wurden im PC-Spiel 1:1 nachgebildet. Wie die Arbeit mit der App aussieht, zeigt dieses Video.
Die Berufsschule Hephata ist die Berufsschule der Hephata-Förderschulen für Jugendliche mit Förderbedarf. Die staatlich anerkannte Berufsschule besuchen aktuell 165 Schülerinnen und Schüler. Diese werden als Fachpraktiker in den Bereichen Metall, Schweißwerken, Holz, Farbe, Garten- und Landschaftsbau, Hauswirtschaft und Küche ausgebildet.
Der Universal Design Award wird für Produkte, Architekturprojekte und Dienstleistungen verliehen, die so gestaltet sind, dass sie von möglichst vielen Menschen ohne weitere Anpassung oder Spezialisierung genutzt werden können.
Der deutschlandweite EU-Projekttag an Schulen bietet eine gute Gelegenheit, Jugendlichen die Europäische Union näherzubringen. Der EU-Projekttag findet in diesem Schuljahr am 27. April 2026 (oder in dessen zeitlichem Umfeld) statt.
Begegnungen mit Politikerinnen und Politikern
Die Begegnung von Auszubildenden mit Entscheidungsträgern bereichern den Schulunterricht. Der persönliche Einblick in die politische Arbeit und die Hintergründe fördern das Verständnis der Jugendlichen für Demokratie und für die EU. Das Veranstaltungsformat kann individuell zwischen Schule und Politikerin oder Politiker vereinbart werden und vor Ort oder digital stattfinden.
Weitere Europaveranstaltungen in 2026
Neben dem EU-Projekttag finden in diesem Jahr vom 30. April bis 31. Mai die Europawochen mit Veranstaltungen über Europa statt. Im Zentrum der Europawochen steht der Europaaktionstag am 9. Mai, mit dem an die Geburtsstunde Europas am 9. Mai 1950 erinnert wird. Hier finden Sie weitere Informationen zu diesen Veranstaltungen.
Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner finden
- Bundestagsabgeordnete: Unter https://www.bundestag.de/abgeordnete können Sie nach Bundesland und Wahlkreis filtern und das Mitglied Ihrer Wahl direkt anschreiben.
- Abgeordnete des Europaparlaments: Nach der oder dem Abgeordneten Ihres Wahlkreises im Europäischen Parlament können Sie auf dieser Website suchen.
- Ehemalige Schülerinnen und Schüler: Neben den Besuchen von Abgeordneten besteht über die europaweite Initiative „Back to School“ die Möglichkeit, EU-Bedienstete für einen Besuch ihrer ehemaligen Schule zu gewinnen, um über die EU oder ihre Arbeit bei der EU sprechen.
- Landtagsabgeordnete: Infos zu den Kontaktmöglichkeiten entnehmen Sie bitte den Websites der Länder.
Websites von Bund und Ländern
- Bund: Website zum EU-Projekttag (mit Kontaktpersonen in den Ländern)
- Baden-Württemberg: Website zum EU-Projekttag
- Bayern: Website zum EU-Projekttag
- Berlin: Website zum EU-Projekttag
- Brandenburg: Website zu Europa im Blick
- Bremen: Website zur politischen Bildung
- Hamburg: Website zum EU-Projekttag
- Hessen: Website zum EU-Projekttag
- Mecklenburg-Vorpommern: Website zum EU-Projekttag
- Niedersachsen: Website zum EU-Projekttag
- Nordrhein-Westfalen: Website zum EU-Projekttag
- Rheinland-Pfalz: Website zu den Europawochen
- Saarland: Website zum EU-Projekttag 2024
- Sachsen: Website zum EU-Projekttag 2024
- Sachsen-Anhalt: Website zu den Europawochen
- Schleswig-Holstein: Website zum EU-Projekttag
- Thüringen: Website des Europäischen Informationszentrums von Thüringen
Zum Hintergrund
Den EU-Projekttag gibt es seit 2007. Er ging aus der damaligen deutschen EU-Ratspräsidentschaft hervor und wurde zu einem Erfolgsprojekt. Seitdem besuchen Politikerinnen und Politiker bundesweit Schulen: von Kabinettsmitgliedern bis hin zu Landes- oder Europa-Parlamentariern. Organisiert wird der EU-Projekttag gemeinsam von Bund und Ländern.
In einem spannenden, interaktiven Workshop über Blended Learning an beruflichen Schulen blickte Anna van Meegen zusammen mit dem Publikum zunächst zurück auf die Zeit der Pandemie: Die Lehrkräfte sollten darüber nachdenken, welche Erfahrungen sie mit dem Distanzunterricht gemacht haben. Gibt es Potenziale, die man damals entdeckt hat? Was wird fortgeführt, was ist verloren gegangen? Und schließlich: Was würden sie gerne verstetigen oder neu ausprobieren? Das ist der spannende Ansatz des Schulversuchs Blending4Futures, das den Hintergrund zu dem Workshop bildete: Erprobte gute Praxis und didaktische Prinzipien sollen nicht verloren gehen, sondern zusammengetragen und mit allen Lehrkräften geteilt werden.
Neun Berliner Oberstufenzentren sind an dem Entwicklungs- und Forschungsprojekt der Humboldt Universität beteiligt, bei dem untersucht wird, wie Lernende in der beruflichen Bildung am besten selbstgesteuert digitale, fachliche und methodische Kompetenzen aufbauen können. Außerdem wird geschaut, welche schulorganisatorischen Rahmenbedingungen gebraucht werden, um die dafür notwendigen Prozesse zu unterstützen.
Im Workshop wurde anschließend gemeinsam Fortsetzungswürdiges gesammelt: Zugang zu digitalen Materialien, Nutzung kollaborativer Tools zum Kompetenzerwerb, Web-based Trainings, Learning Snacks, digitale Sprechstunden, Austauschplattformen für Lehrende und Lernende, selbstgesteuerte Lernmodule, digitale Medien in den Unterricht mit einbeziehen, weniger Outputorientierung und mehr Lernbegleitung.
Mit diesen Fragestellungen haben vermutlich auch die Berliner Oberstufenzentren ihre Arbeit im Projekt begonnen. Schließlich wurden von ihnen diese neun didaktischen Prinzipien für Blended Learning entwickelt:
- Die Digitalität der Arbeits- und Lebensgestaltung zum Bildungsanliegen machen
- Der Gegenständlichkeit und Persönlichkeit beruflicher Praxis „Raum“ geben
- Ganze Tage und/oder Randstunden für selbstorganisiertes Lernen blocken
- Die Betreuungsqualität durch asynchrone Angebote erhöhen
- Freiheiten nicht als „Belohnung“, sondern als Erfahrungsraum gewähren
- Durch Kooperation unter Lehrkräften Unterricht stundenübergreifend gestalten
- Vom Lernprozess ausgehend Freiheitsgrade in Ort und Zeit bestimmen
- Unterricht in thematischen Modulen bündeln und flexibilisieren
- Digitale Kompetenzen curricular verankern
Anna van Meegen hat Hintergrundinformationen zu diesen didaktischen Prinzipien in einem Miro-Board zusammengefasst, in dem sie mehr dazu erfahren können. Durch Klick auf den blauen Pfeil neben der Überschrift im Miro-Board gelangen Sie zu den Erläuterungen der Prinzipien.
Erste Ergebnisse des Schulversuchs
Im zweiten Teil des Workshops stellten dann Lehrkräfte des Oberstufenzentrums Lotis aus Berlin ihre Erkenntnisse aus dem Entwicklungs- und Forschungsprojekt vor: Sie möchten Schule gerne hinterfragen und neu denken. Über allem steht für sie die Frage: Wie können wir wieder zum richtigen Lernprozess kommen?
Nicht funktioniert haben folgende Ansätze:
- Hier habt ihr einen Laptop und nun macht mal. Die Schülerinnen und Schüler müssen auch beim digitalen Lernen begleitet werden.
- Ein Homeschooling- und Präsenz-Mix, ohne den Lernprozess anzupassen. Besser ist es, wenn sich die Schülerinnen und Schüler individuell ausprobieren können und die Lehrkräfte Begleitende sind.
- Den Schülerinnen und Schülern einfach einen Freiarbeitsblock geben. Es wurde nur gespielt. Freiheit muss aber auch gestaltet werden.
Lehrkräfte brauchen Instrumente, um Schülerinnen und Schüler abzuholen, wo sie sind, und dann begleiten zu können beim selbstständigen Lernen und Reflektieren. Als ein gut funktionierendes Instrument hierfür hat sich an der OSZ Lotis das Lernjournal erwiesen. Darin können sich die Jugendlichen Ziele setzen und Notizen machen zum eigenen Lernprozess und zur Optimierung des Lernmanagements. Man muss den Jugendlichen aber zunächst erklären, wozu sie es brauchen, weil es zusätzliche Arbeit für sie ist und sich der Nutzen erst im Prozess zeigt. Aber der Mehrwert wird dann schnell erkannt und wertgeschätzt.
Der Schulversuch Blending4Futures läuft noch bis 2026. Auf der Website des Berliner Senats finden Sie weiterführende Informationen zum Projekt und den beteiligten Schulen.
Als Anwendung installieren
Installieren Sie HubbS als App für ein besseres Nutzungserlebnis. Mehr erfahren.