Wie ein guter Ausbildungsstart gelingt
Forschende der Universität Würzburg untersuchen im Projekt „DualON – Duales Onboarding in der Berufsausbildung“, wie Auszubildende einen guten Einstieg in die duale Ausbildung finden. Auf Basis dieser Erkenntnisse entwickeln sie ein webbasiertes Training mit Lernmodulen, die ein systematisches und handlungsorientiertes Onboarding ermöglichen sollen.
Erste Ergebnisse
Das Projekt DualON läuft seit Anfang 2025. Die bisherigen Arbeitsergebnisse zeigen, dass ein effektives Onboarding nur gelingt, wenn strukturelle Unterstützung, klare Prozesse und ein eng abgestimmtes Zusammenspiel zwischen Berufsschulen und Betrieben gegeben sind.
Herausforderungen für ein gutes Onboarding:
- Heterogenität der Zielgruppen: Unterschiedliche Berufsfelder und Ausbildungskohorten erschweren es, einheitliche Onboarding-Formate zu entwickeln.
- Adressierung der passenden Zielgruppen: Onboarding-Prozesse werden häufig auf Leitungsebene angesprochen und reflektiert, aber nicht aktiv umgesetzt. Die Weitergabe an operative Ebenen gestaltet sich teilweise schwierig und führt zu kommunikativen Brüchen oder zu Informationsverlusten.
- Lernortspezifische Adaptionen: Unterschiede zwischen Berufsschule und Betrieb erfordern differenzierte, lernortsspezifische Onboarding-Ansätze.
- Ausbaufähige Kooperation zwischen Berufsschulen und Betrieben: Die Zusammenarbeit zwischen den beiden Lernorten ist häufig unzureichend und bedarf gezielter Förderung.
- Einstellungsbezogene Barrieren: Motive und Haltungen, die eine konsequente Umsetzung von Onboarding-Maßnahmen behindern, werden häufig nicht oder nur unzureichend reflektiert bzw. thematisiert.
Gelingensbedingungen für ein gutes Onboarding:
- Persönlicher Austausch in Präsenz ist eine zentrale Voraussetzung für eine effektive Zusammenarbeit und Vertrauensbildung zwischen den dualen Lernorten.
- Gut strukturierte Onboarding-Prozesse sind notwendig, da offene, kreative Zugänge ohne klare Rahmung meist wenig wirksam sind.
- Verankerung von Onboarding-Konzepten auf Leitungsebene: Onboarding gelingt nur, wenn die Leitungspersonen es ausdrücklich wünschen und unterstützen. Ziel ist es, Mitarbeitende zu begeistern, strukturelle Hürden abzubauen und mit realistischen Zielen zu arbeiten.
- Integrierte Evaluation: Eine direkte modulbegleitende Reflexion ist bei der Etablierung von Onboarding-Konzepten essenziell. Nachgelagerte Evaluationsphasen sind oft unpraktikabel, da relevante Rückmeldungen und Informationen verloren gehen oder in Vergessenheit geraten.
Handreichung erscheint im Frühjahr 2026
Das DualON-Team hat die genannten Herausforderungen und Gelingensbedingungen mit beruflichen Schulen, Kammern und Betrieben diskutiert. Bei der Entwicklung der Lernmodule für das webbasierte Training wurden diese Themenschwerpunkte gesetzt:
- Preboarding
- Onboarding
- Feedback und Fehlerkultur
- Einsatz von KI und E-Learning in der Personalarbeit
- Umgang mit schwierigen Kommunikationssituationen
- Sprache am Lernort
Dabei standen drei Fragen im Fokus:
- Wie gelingt ein guter Start in die Ausbildung?
- Was brauchen Azubis wirklich?
- Wie können die Lernorte Betrieb und Berufsschule erfolgreich kooperieren?
Aktuell werden die Module mit ausgewählten Betrieben und Schulen getestet und ausgewertet. Die Ergebnisse werden im Frühjahr 2026 in der Handreichung „HOP – Handlungsorientierte Onboarding-Praxis“ gebündelt und auf der Projektwebseite veröffentlicht.
Hintergrund zum Forschungsprojekt DualON
Die Leitung des Projekts liegt beim Lehrstuhl für Pädagogik bei Verhaltensstörungen der Universität Würzburg. Zum Team gehören Lehrstuhlleiter Professor Roland Stein und Dr. Philipp Abelein sowie die wissenschaftlichen Mitarbeiter Arthur Rein und Martin Sedlmeier. Das Team agiert in enger Vernetzung mit der Handwerkskammer für Unterfranken, der Industrie- und Handelskammer Würzburg-Schweinfurt sowie Berufsschulen in Mainfranken. Unterstützung kommt von der Agentur für Arbeit Würzburg sowie vom Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus. Finanziert wird DualON vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) im Rahmen von InnoVET, einem Innovationswettbewerb für eine exzellente berufliche Bildung. Das Bundesinstitut für Berufsbildung begleitet DualON.
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