Trends des digitalen Lernens in der beruflichen Bildung
Seit 20 Jahren befragt das mmb Institut jährlich Expertinnen und Experten aus der Bildungsszene zu den Trends des digitalen Lernens. Dabei geht es unter anderem um die Frage, welche E-Learning-Themen wichtig sein werden. In diesem Jahr richtet sich der Blick aber auch auf die Zukunftsfähigkeit von Prüfungsformaten und die Regulierung des Einsatzes Künstlicher Intelligenz. Wir stellen Ihnen die wichtigsten Ergebnisse vor und schauen dabei besonders auf die Erwartungen für die berufliche Bildung.
KI wird bleiben
Bei der Einschätzung des Branchenklimas stellen die Befragten eine generelle Verbesserung gegenüber dem Vorjahr fest. Die steigende Bedeutung von KI für die digitale Bildung lässt aber auch auf ein zunehmendes Gewicht von Big-Tech-Unternehmen wie Alphabet, Anthropic oder OpenAI schließen.
95 Prozent der Befragten sehen die Zukunftsfähigkeit von Chatbots und Lernassistenten in der beruflichen Bildung für die kommenden drei Jahre. Damit bleiben sie an der Spitze des Rankings von Lerntechnologien und Lernkonzepten. Einen deutlichen Zuwachs verzeichnen auch KI-gestützte Systeme zur Prüfungsaufsicht (61 Prozent). Bei der Frage nach den kommerziellen Erfolgsaussichten liegen Chatbots und Lernassistenten erstmals auf Platz 1 (mit 75 Prozent der Nennungen). Auch für die nächste Zukunft wird das Thema Künstliche Intelligenz das wichtigste Lernthema bleiben. 95 Prozent der Befragten sehen den Einsatz von KI in der Bildung in den nächsten drei Jahren als „selbstverständlich“ an. 75 Prozent der Befragten befürchten, dass durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz wichtige Fähigkeiten und Kompetenzen verloren gehen könnten – sogenannte Deskilling-Effekte. 77 Prozent sehen aber auch die zeitliche Entlastung von Lehrenden durch die KI-Nutzung.
KI wird Prüfungen verändern
Schriftliche Prüfungsformate wie Hausarbeiten und Klausuren haben sich wegen der zunehmenden Nutzung von KI als nicht mehr vertrauenswürdig erwiesen, um Kompetenzen nachzuweisen. Sinnvoller seien stattdessen synchrone Prüfungsformate, in denen man die Kandidaten persönlich erlebt. Diese synchronen Prüfungen bedeuten jedoch einen höheren Zeitaufwand und ein aufwendiges Terminmanagement.
Wie stark sollte KI reguliert werden?
Die Ergebnisse der Umfrage zeigen, dass 57 Prozent der Befragten die größten Defizite im Urheberrecht sehen. Dabei ergeben sich neue rechtliche Fragen: Kann ein Berufsschüler als Urheber einer Projektarbeit gelten, die er vollständig mit einem Large Language Model (LLM) erstellt hat? An zweiter Stelle stehen die Kennzeichnung von KI-Produkten und die Dokumentation ihrer Entstehung – hier sehen rund die Hälfte der Befragten Handlungsbedarf.
Rund 41 Prozent der Befragten sehen Defizite bei der Regelung von Prüfungen. Beim Datenschutz geben 39 Prozent an, dass er zu wenig geregelt ist, während 24 Prozent ihn bereits als überreguliert empfinden.
Über die Studie
Die Trendstudie „mmb Learning Delphi“ wird vom mmb Institut jährlich durchgeführt. Die Erhebung wird ausschließlich online durchgeführt. Insgesamt beteiligten sich 77 Expertinnen und Experten aus der Bildungsszene an der Befragung zwischen dem 9. Dezember 2025 und dem 2. Februar 2026.
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