So steht es um die Sicherheit von Azubis
Das DGUV Barometer Bildungswelt ist eine repräsentative Befragung von Auszubildenden und Studierenden im Auftrag der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV). Die Ergebnisse zeigen, dass gute Arbeitsbedingungen und ein gutes Miteinander für Auszubildende eng zusammengehören: 98 Prozent nennen einen respektvollen Umgang und Wertschätzung als wichtig oder sehr wichtig. Es folgen die Möglichkeiten, Neues zu lernen und sich weiterzuentwickeln (96 Prozent), ein sicherer Ausbildungsplatz und eine gute Zusammenarbeit mit dem Team (jeweils 60 Prozent „sehr wichtig“) sowie eine gute Anleitung und Unterstützung durch Ausbilderinnen und Ausbilder (59 Prozent „sehr wichtig“). Zusätzliche Leistungen wie Jobticket, Prämien oder Zuschüsse werden von den jungen Menschen deutlich seltener als wichtig bezeichnet.
Auszubildende wissen über Arbeitsschutz Bescheid
Beim Thema Arbeitsschutz haben 92 Prozent der befragten Auszubildenden angegeben, dass richtiges, unfallvermeidendes Verhalten bei der Arbeit vom Ausbildungsbetrieb thematisiert wird. 84 Prozent wurden zum Verhalten bei Unfällen geschult, 83 Prozent zur Erkennung von Gefahren am Arbeitsplatz und 82 Prozent zum Verhalten im Brandfall. 81 Prozent der Auszubildenden sagen, Sicherheit und Gesundheit hätten in ihrer Ausbildung grundsätzlich einen hohen Stellenwert.
Etwas anders sieht es bei den Studierenden aus. Während 91 Prozent der Auszubildenden bereits mit Themen wie Unfallverhütung und Gesundheitsschutz bei der Arbeit in Berührung gekommen sind, trifft dies nur auf 53 Prozent der Studierenden zu. 72 Prozent der Auszubildenden fühlen sich durch ihre Ausbildung gut oder sehr gut auf ein sicheres und gesundes Berufsleben vorbereitet, unter den Studierenden sind es 40 Prozent. Auch bei Ansprechpersonen und Meldewegen zeigen sich Unterschiede. 35 Prozent der Studierenden wüssten bei Problemen rund um Sicherheit und Gesundheit spontan nicht, an wen sie sich wenden könnten (Auszubildende: 12 Prozent). 30 Prozent der Studierende wissen, wie sie einen Unfall oder eine Gefahrensituation melden können. Unter den Auszubildenden sind es 72 Prozent.
Die Mehrheit ist für klare Regeln für den Konsum von Alkohol
Gefragt nach ihren Erfahrungen mit Alkohol und anderen Suchtmitteln, gaben 35 Prozent der Auszubildenden an, dass sie den Konsum von Alkohol in ihrem Ausbildungsumfeld selbst erlebt oder bei anderen beobachtet haben. Beim Konsum anderer legaler oder illegaler Suchtmittel sind es sogar 40 Prozent. Bei Studierenden berichten sogar 63 Prozent, dass sie Alkoholkonsum bereits in ihrer Studieneinrichtung erlebt oder beobachtet zu haben. Von den Befragten, denen Regeln zum Umgang mit Suchtmitteln bekannt sind, halten 97 Prozent der Auszubildenden und 92 Prozent der Studierenden diese grundsätzlich für richtig.
Erfahrungen mit Gewalt und Übergriffen
Auszubildende haben häufiger als Studierende (42 zu 23 Prozent) im Rahmen ihrer Ausbildung schon einmal verbale Aggressionen wie Beleidigungen und Beschimpfungen, Formen von Mobbing und systematischer Ausgrenzung (28 vs. 12 Prozent) sowie physische Gewalt und körperliche Übergriffe (14 bzw. 3 Prozent) erlebt oder bei anderen beobachtet. Ähnlich häufig wurden von Auszubildenden bzw. Studierenden Fälle von Diskriminierung (37 bzw. 33 Prozent) sowie Fälle von sexueller Belästigung (24 bzw. 25 Prozent) erlebt oder beobachtet.
Zum Hintergrund der Befragung
Im Auftrag der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) hat die forsa Gesellschaft für Sozialforschung und statistische Analysen mbH eine repräsentative Befragung unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen durchgeführt. Befragt wurden insgesamt 710 Personen zwischen 16 und 26 Jahren, die sich derzeit in Ausbildung oder Studium befinden, darunter 353 Auszubildende und 357 Studierende. Die Erhebung fand vom 13. Juli bis 8. September 2026 als Online-Befragung statt.
Ausführliche Informationen zu den Ergebnissen finden Sie im DGUV Barometer Bildungswelt 2026.
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