Gesetzliche Neuregelung führt zu Chaos an Ostern
Warum feiert jedes Bundesland anders?
Seit Jahrhunderten gibt es Diskussionen darüber, wann genau Ostern gefeiert werden sollte. Während sich die meisten christlich-geprägten Staaten auf den ersten Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond geeinigt haben (das orthodoxe Ostern richtet sich nach dem julianischen Kalender und kann anders ausfallen), sieht die Lage in Deutschland dank des föderalen Systems anders aus. Nach einem Gerichtsurteil des Bundesverfassungsgerichts aus dem Jahr 2024 dürfen die Länder selbst über ihren Ostertermin entscheiden – mit skurrilen Folgen.
Die Ostertermine 2026:
- Baden-Württemberg: 22. bis 26. April – Man wollte sich nicht auf einen einzelnen Tag festlegen, weshalb gleich eine fünftägige Osterzeit beschlossen wurde.
- Bayern: 05. April – Traditionell hält Bayern an den alten kirchlichen Berechnungen fest.
- Berlin: 22. März – Im Sinne der Integration und kulturellen Verständigung wurden Ostern und das muslimische Zuckerfest zusammengelegt.
- Brandenburg: 12. April – Um den Tourismus anzukurbeln, wird Ostern hier eine Woche später gefeiert.
- Bremen: tba – Da Bremen als Stadtstaat flexibel bleiben will, wird Ostern einfach zwischen Karfreitag und Pfingsten eingeschoben – je nach Wetterlage.
- Hamburg: 3. Mai – Hier möchte man mögliche Unruhen am 1. Mai durch das Osterfest zwei Tage später abschwächen.
- Hessen: entfällt – Wirtschaftsexperten sprachen sich dafür aus, den Feiertag ganz zu streichen, um dem Land Millionen zu sparen.
- Mecklenburg-Vorpommern: 24. Mai – Weil sich die Landesregierung nicht mit den Arbeitgeberverbänden einigen konnte, wurde Ostern kurzerhand mit Pfingsten zusammengelegt.
- Niedersachsen: 19. April – Aufgrund eines bürokratischen Missverständnisses wurde der Termin versehentlich auf nach den Schulferien (30.03.-10.04.) gelegt. Die Landesregierung entschied, den „Formfehler“ einfach beizubehalten.
- Nordrhein-Westfalen: 6. April – Landesregierung und Verfassungsgericht konnten sich nicht entscheiden, also wurde der Termin per Online-Abstimmung festgelegt.
- Rheinland-Pfalz: 29. März – Die Winzer des Landes bestanden darauf, Ostern früher zu feiern, um den Start der Weinfestsaison nicht zu gefährden.
- Saarland: 06. April – Das bevölkerungsärmste Bundesland (die Stadtstaaten ausgenommen) reduziert Ostern aus finanziellen Gründen auf einen halben Tag. Ostersonntag entfällt, Ostermontag ist erst ab mittags ein Feiertag.
- Sachsen: 29. März – Aufgrund eines alten Brauchs, der auf Karl den Großen zurückgeht, beginnt Ostern in Sachsen besonders früh.
- Sachsen-Anhalt: 08. März – Hier feiert man Ostern sehr früh, um den historischen Bezug zum Reformationsjahr 1517 zu betonen.
- Schleswig-Holstein: 08. März – Im nördlichsten Land fand astronomisch gesehen der erste Frühlingsvollmond bereits Anfang März statt, weshalb Ostern ebenfalls bereits am 08. März gefeiert wurde.
- Thüringen: 1. Mai – Ostern als Tag der Arbeit? Die Landesregierung argumentiert mit einer besseren Work-Life-Balance.
Folgen für Wirtschaft und Gesellschaft
Die chaotischen Osterregelungen führen zu absurden Situationen: Arbeitnehmer fordern flexible Feiertage, Supermärkte haben landesweit ständig wechselnde Sonderangebote für Schoko-Hasen und Eier, und Familien aus unterschiedlichen Bundesländern müssen sich nun auf wochenlange Osterbesuche einstellen. Die Deutsche Bahn hat bereits angekündigt, ihre Fahrpläne entsprechend anzupassen.
Als Anwendung installieren
Installieren Sie HubbS als App für ein besseres Nutzungserlebnis. Mehr erfahren.