Comic-Wettbewerb zum Thema „Das Meer im Krieg: Zwischen Aufbruch, Abgrund und Erinnerung“
Das diesjährige Thema des Wettbewerbs setzt den Fokus auf die Rolle des Meeres im Krieg. Derzeit ist die Straße von Hormus wahrscheinlich die bekannteste Meerenge der Welt, weil der Krieg im Nahen Osten und die sich dort stauenden Handelsschiffe mit Rohstoffen wie Öl die gesamte Weltwirtschaft negativ beeinflussen. Für die Schiffe und deren Besatzung vor Ort birgt der Konflikt enorme Risiken.
Auch im Zweiten Weltkrieg wurde das Meer zu einem Raum militärischer Auseinandersetzungen, die zu großem Leid auf allen Seiten geführt haben. Später ist zum Beispiel die deutsche Sicht auf den U-Boot-Krieg in dem Roman „Das Boot“ von Lothar-Günther Buchheim ein großer internationaler Erfolg geworden. Der Autor verarbeitete darin seine Erfahrungen als Kriegsberichterstatter der Propagandakompanie der Marine auf verschiedenen U-Booten.
Noch heute zeugen zahlreiche Schiffswracks und Munitionsrückstände auf dem Meeresboden von den Schrecknissen des Krieges. Laut Umweltbundesamt lagern allein in der deutschen Nord- und Ostsee Altlasten von ca. 1,6 Millionen Tonnen konventioneller Munition und 5000 Tonnen chemischer Kampfstoffe, die im Zweiten Weltkrieg durch Militäroperationen oder danach durch Verklappung versenkt wurden.
Ein deutsches Schiffswrack liegt zum Beispiel östlich der Insel Tromsøya in Norwegen. Die Überreste des großen Schlachtschiffs Tirpitz, das im November 1944 nach einem britischen Bombenangriff hier sank, was über 1000 Menschenleben kostete, sind bis heute eine Bedrohung für die Umwelt. Doch das ist nur ein Fall von zahlreichen gesunkenen Kriegsschiffen im Zweiten Weltkrieg – auf allen Seiten und mit viel mehr menschlichen Todesopfern.
Das Meer ist aber immer auch ein Ort für Fluchtbewegungen und humanitäre Einsätze als Folge von Kriegen. So begeben sich aktuell viele Geflüchtete in Lebensgefahr, wenn sie auf unsicheren kleinen Booten und Schiffen den Weg über das Mittelmeer nach Europa suchen.
Der Wettbewerb lädt dazu ein, diese Spannungsfelder zwischen Aufbruch, Abgrund und Erinnerung in einer eigenen gestalterischen Form zu erschließen.
Das gibt es zu gewinnen:
Preise Kategorie „Gruppenbeitrag“
- 1. Platz: Ein gemeinsames Wochenende mit der Gewinnergruppe aus Frankreich und Belgien, mit Übernachtung, Verpflegung und spannendem Ausflugsprogramm sowie 75 Euro pro Gruppenmitglied
- 2. Platz: 50 Euro pro Gruppenmitglied
- 3. Platz: 25 Euro pro Gruppenmitglied
Preise Kategorie „Einzelbeitrag“
- 1. Platz: Teilnahme an einer internationalen Jugendbegegnung des Volksbundes sowie 75 Euro
- 2. Platz: 50 Euro
- 3. Platz: 25 Euro
Alle Geldpreise werden in Form eines Universalgutscheins ausgezahlt.
Teilnahmebedingungen
Teilnehmen können Jugendliche zwischen 12 und 20 Jahren, allein (Kategorie Einzelbeitrag) oder gemeinsam mit Freunden bzw. in der Klasse (Kategorie Gruppenbeitrag, 2 bis 10 Personen). Die Comics müssen 2 bis 10 DIN-A4-Seiten umfassen, einen Titel haben und von einem kurzen Arbeitsbericht (max. 1 DIN-A4-Seite) begleitet werden, in dem die Themenfindung, der (historische) Hintergrund der Geschichte, die künstlerische Darstellungstechnik sowie die verwendeten (digitalen) Hilfsmittel ausgeführt werden. Einsendung bis zum 31. März 2027 per Post oder E-Mail. Weitere Informationen und Anmeldung finden Sie unter: https://www.volksbund.de/wettbewerbe
Hintergrund
Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. ist eine humanitäre Organisation, die 1919 nach dem Ersten Weltkrieg gegründet wurde. Der Volksbund sucht und identifiziert im staatlichen Auftrag die deutschen Kriegstoten aus den Weltkriegen und pflegt heute gemeinsam mit internationalen Partnern mehr als 830 Kriegsgräberstätten in 45 Ländern. Seit siebzig Jahren engagiert er sich mit Jugendbegegnungen für den Dialog junger Menschen aus ganz Europa.
Der französische Kriegsgräberdienst „l’Office national des combattants et des victimes de guerre“ (ONACVG) schreibt seit über fünfzehn Jahren den Comic-Wettbewerb „Bulles de mémoire“ (Sprechblasen der Erinnerung) aus. 2018, als sich das Ende des Ersten Weltkrieges zum 100. Mal jährte, schloss sich der Volksbund an – seit 2021 ist auch das „War Heritage Institute“ aus Belgien dabei. Alle drei Organisationen bieten den Wettbewerb parallel in ihren Ländern an und gestalten gemeinsam die jährlichen Themen und Ausschreibungen.
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