Digitaler Kolonialismus
- Kategorie
- Fort- und Weiterbildung
- Zeit
-
bis
- Format
- Präsenz
- Veranstalter
-
Fridtjof-Nansen-Akademie, Weiterbildungszentrum Ingelheim
- Adresse
-
Weiterbildungszentrum Ingelheim
Fridtjof-Nansen-Platz 3
55218 Ingelheim am Rhein
Wie Tech-Konzerne und Großmächte die Welt unter sich aufteilen
Von Kolonialismus spricht man im Allgemeinen, wenn einzelne Staaten, Gebiete, meist in anderen Weltregionen, für sich beanspruchten. Im Zuge dessen wurden lokale Bevölkerungen oft gewalttätig unterworfen. Häufig ist der Bezug zu diesem Begriff historisch. Es stellt sich die Frage, inwieweit man heute von einem neuen „Digitalen Kolonialismus“ sprechen kann und ob das Konzept an dieser Stelle passt.
Im Seminar wird die globale Machtverteilung im digitalen Zeitalter analysiert. Im Fokus steht die Frage, wie große Tech-Konzerne Märkte und Datenräume unter sich aufteilen, ihre Machtpositionen aufbauen und durch politische wie ökonomische Strategien absichern. Die Veranstaltenden beleuchten die Arbeitsbedingungen innerhalb der Digitalwirtschaft, von prekären Klickarbeitenden bis hin zu ausgelagerten Rechenzentren, und diskutieren die sozialen sowie politischen Folgekosten dieser Strukturen.
Ein zentraler Aspekt ist die Rolle des Globalen Südens: Welche ökonomischen, ökologischen und gesellschaftlichen Preise werden dort für die digitale Infrastruktur und Datenproduktion gezahlt, und wie spiegeln sich darin alte koloniale Machtverhältnisse wider?
Darüber hinaus werden die Teilnehmenden der Frage nachgehen, wie über Digitalisierung kommuniziert wird und ob Technologien wie Algorithmen künstlicher Intelligenz bestehende Diskriminierungen reproduzieren – bis hin zu rassistischen Strukturen in digitalen Systemen.
Programm
Freitag, 30.10.2026
15.00-15.30 Uhr
Begrüßung und Klärung der Erwartungen
Andreas Kreiner-Wolf, M. A.
Weiterbildungszentrum Ingelheim
15.30-17.00 Uhr
Digitaler Kolonialismus. Wie Tech-Konzerne und Großmächte die Welt unter sich aufteilen
Ingo Dachwitz
Journalist und Kommunikationswissenschaftler, Redakteur bei netzpolitik.org [Online-Zuschaltung]
17.00 Uhr
Pause
17.30-19.00 Uhr
Digitaler Kolonialismus: Rückkehr der Länder des Globalen Südens als Landwirtschafts- und rohstoffliefernde Anhängsel
Satyajeet Malik
Staatswissenschaftler, M. A., Leuphana Universität, Lüneburg, Stipendiat des DAAD-Helmut-Schmidt-Programms, Menschenrechtsanwalt in Indien, freier Journalist
19.00 Uhr
Abendessen
Samstag, 31.10.2026
09.00-10.30 Uhr
Neither Artificial nor Intelligent: Data Labour, Extraction, and the New Face of Colonialism
[Vortrag in englischer Sprache]
Dr. Adio-Adet Tichafara Dinika
Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Universität Bremen, Zentrum für Medien-, Kommunikations- und Informationsforschung (ZeMKI) & Forscher am Distributed AI Research Institute (DAIR)
10.30-11.00 Uhr
Pause
11.00-12.30 Uhr
Worauf basiert digitaler Kolonialismus? Kritische Perspektiven auf globale Ungleichheit
Annemarie Witschas
Wissenschaftliche Mitarbeiterin der Forschungsgruppe "Ethik und kritische Theorien der Künstlichen Intelligenz", Universität Osnabrück
12.30-13.30 Uhr
Mittagessen
13.30-15.00 Uhr
Die Krise des Kapitalismus des 21. Jahrhunderts und der Drang zum Neokolonialismus
Satyajeet Malik
Staatswissenschaftler, M. A., Leuphana Universität, Lüneburg
15.00-15.15 Uhr
Abschlussevaluation und Ende des Seminars
Seminarleitung
Andreas Kreiner-Wolf
M. A., Weiterbildungszentrum Ingelheim
Teilnahme
Teilnahmegebühren Erwachsene:
75,00 € mit Übernachtung
50,00 € ohne Übernachtung
Teilnahmegebühren Jugendliche und Studierende:
50,00 € mit Übernachtung
25,00 € ohne Übernachtung
Die Unterbringung erfolgt in Doppelzimmern.
Einzelzimmerzuschlag: 30,00 €
Der Teilnahmebeitrag wird gesplittet; 2/3 werden dem Seminar zugeordnet, 1/3 dient der institutionellen Kostendeckung.
Das Seminar ist allgemein zugänglich.
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