Game over? Rechtsextremismus im Gaming
Kategorie | Sonstige Veranstaltung |
Zeit |
bis
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Format | Online |
Veranstalter |
Bundeszentrale für politische Bildung
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Level Up für Demokratie: Wie Gaming-Räume gegen Rechtsextremismus gestärkt werden können
Digitale Spiele sind längst zum Massenmedium geworden: Über 70 Prozent der 12- bis 19-Jährigen in Deutschland greifen regelmäßig zu Maus, Controller oder Smartphone. Diese enorme Reichweite macht Gaming-Kulturen auch für Rechtsextreme attraktiv. Erste Propagandaspiele kursierten bereits in den 1980er-Jahren, jüngere Eigenproduktionen wie „Heimat Defender: Rebellion“ zeigen, dass solche Versuche fortbestehen – bleiben jedoch Randphänomene. Entscheidender ist die Verschiebung in die begleitenden Räume des Gamings: Auf Spielplattformen, in privaten und öffentlichen Chat-Kanälen, durch Mods oder Livestreamchats zirkulieren Codes, Memes und Verschwörungsmythen, oft verpackt als „edgy“ Humor. Hier entsteht eine Gefahr für die Demokratie.
Rechtsextreme Gruppen bilden dort zwar nur eine kleine Minderheit, nutzen die Reichweite populärer Communities aber geschickt für Normalisierung oder auch Radikalisierung und Rekrutierung. Zwischen Trolling, Antifeminismus, Incel-Narrativen und offener Hetze entstehen Teilräume, in denen Hasssprache schwer auf Gegenwehr trifft und juristische Grenzen kaum durchsetzbar sind. Besonders anfällig sind Plattformen, in denen Nutzende Mods, Skins oder Server selbst gestalten: Hier werden Hakenkreuze, NS-Parolen oder „Great-Replacement“-Anspielungen schnell zum vermeintlichen Gag. Gleichzeitig bleiben und gestalten Games und deren Communities lebendige Sozialräume, die Kreativität, Kooperation und Vielfalt ermöglichen – sie pauschal zu verteufeln wäre ebenso falsch wie gefährlich.
Vor diesem Hintergrund lädt der vierstündige Online-Fachtag „Game over? Rechtsextremismus und Gaming“ am 19. September 2025 dazu ein, das Phänomen näher zu beleuchten und gemeinsame Antworten zu entwickeln. Welche Narrative und Verschwörungsmythen verfangen im Gaming-Kosmos, und über welche Formate verbreiten sie sich? Wie wirken Gamification und Community-Belohnungssysteme als Katalysatoren der Radikalisierung? Welche Verantwortung tragen Plattformbetreibende, Entwicklerstudios, Pädagogik und Strafverfolgung, und wo liegen wirkungsvolle Präventions- und Interventionsansätze? Diese und weitere Fragen werden diskutiert und Handlungsoptionen erarbeitet, damit schließlich für rechtsextreme Strategien gilt: Game over!
Zielgruppe
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Sicherheitsbehörden, kommunalen Verwaltungen, der Justiz sowie interessiertes Fachpublikum
Anmeldung
Teilnahmegebühr: keine
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