Niedersachsens KI-Innovationspreis BBS verliehen

Diese sieben berufsbildenden Schulen haben mit ihren spannenden KI-Projekten gewonnen.
Frau im Austausch mit einem Chatbot
Bei dem ausgezeichneten KI-Projekt der Berufsbildenden Schule Wilhelmshaven wurde ein Chatbot entwickelt, der Fragen zu Kaufvertragsstörungen beantwortet. © iStock / Rudzhan Nagiev

Der KI-Innovationspreis des Landes Niedersachsen würdigt die besonderen Leistungen berufsbildender Schulen (BBS) im Bereich der Künstlichen Intelligenz. 2025 standen zwei zentrale Themen im Fokus, die den Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Unterricht auf unterschiedliche Weise fördern:

  1. Wirtschaft - KI im beruflichen Umfeld: Es sollten Unterrichtsskizzen entwickelt werden, die reale berufliche Problemstellungen mithilfe von KI aufgreifen und bearbeiten. Dabei war eine Kooperation mit einem Unternehmen verpflichtend, um den Praxisbezug zu stärken und den Transfer zwischen Schule und Betrieb zu fördern.
  2. Demokratiebildung - KI und Gesellschaft: Es sollten Unterrichtsskizzen entwickelt werden, die die gesellschaftlichen Auswirkungen von KI kritisch beleuchten. Ziel war es, demokratische Werte zu stärken, Risiken zu erkennen und die Medienkompetenz der Lernenden zu fördern.

Diese Preisgelder gab es zu gewinnen:

  • 3 × 5.000 € in der Kategorie Wirtschaft
  • 3 × 5.000 € in der Kategorie Demokratiebildung
  • 1 × 2.000 € als Sonderpreis „Bündnis Duale Berufsausbildung“


Die Preisgelder können für schulische Zwecke wie Lizenzen, Ausstattung oder Veranstaltungen verwendet werden.

Das sind die Gewinnerschulen

Die Staatssekretäre des Niedersächsischen Kultusministeriums und des Niedersächsischen Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr und Bauen, Stephan Ertner und Matthias Wunderling-Weilbier, verliehen am 3. Dezember 2025 sieben berufsbildenden Schulen den diesjährigen KI-Innovationspreis in den Räumlichkeiten der IHK Hannover.

Schwerpunkt Wirtschaft: 

  • BBS Einbeck (Anja Post): Analyse betriebswirtschaftlicher Kennzahlen mit SAP und KI: Auszubildende analysieren Kennzahlen aus einem ERP-System und nutzen KI zur Berechnung, Überprüfung und Prognose von Entwicklungen. Dabei reflektieren sie Datenschutz, Transparenz und die Verantwortung beim KI-Einsatz.
  • BBS Wilhelmshaven (Kathrin Strauß): Chatbot-Entwicklung zu Kaufvertragsstörungen: Lernende entwickeln einen Chatbot, der Fragen zu Kaufvertragsstörungen beantwortet. Sie gestalten und optimieren die KI-Dialoge, prüfen die Ergebnisse kritisch und setzen sich mit Risiken wie Fehlinterpretationen und Datenschutz auseinander.
  • BBS II Celle (Christian Otte): KI-basierte Sortieranlage für Zahntechnik: Schülerinnen und Schüler konzipieren eine Sortieranlage, die mithilfe von Künstlicher Intelligenz Zahnersatz automatisch erkennt und sortiert. Sie trainieren ein Modell zur Bilderkennung, implementieren es in ein technisches System und diskutieren die Bedeutung von Datenqualität und die Grenzen automatisierter Entscheidungen. 

Schwerpunkt Demokratiebildung:

  • BBS I Delmenhorst (Nils Bessert): Demokratie braucht Debatte: Ein KI-Rhetoriktrainer für den Politikunterricht: Die Unterrichtseinheit stärkt die demokratische Streitkultur, indem Lernende mit einer KI-Anwendung interaktive Debatten führen und Feedback zu Argumentation, Struktur und rhetorischen Stilmitteln erhalten. Der KI-Einsatz erfolgt bei der Simulation kontroverser Diskussionen, der Generierung von Gegenargumenten und der Analyse von Argumentationsmustern. Die Schülerinnen und Schüler reflektieren dabei nicht nur ihre eigene Kommunikationskompetenz, sondern auch Chancen und Risiken von KI, einschließlich des Datenschutzes und algorithmischer Verzerrungen.
  • BBS Wechloy der Stadt Oldenburg (Oliver Pundt): Schnackbar: VR- und KI-gestütztes Kommunikations- und Sprachtraining: Das Projekt verbindet virtuelle Realität mit KI-gestütztem Feedback, um Sprachbarrieren abzubauen und demokratische Kommunikationskompetenzen zu fördern. Der KI-Einsatz erfolgt bei der Analyse von Sprachleistungen, der Generierung individueller Rückmeldungen und der Anpassung von Lernmaterialien. Lernende üben in realitätsnahen Szenarien wie Arztbesuchen oder beruflichen Dialogen, erhalten automatisiertes Feedback und reflektieren ihre Kommunikationsstrategien.
  • BBS am Museumsdorf Cloppenburg (Günter Lübke): Medienkompetent & demokratiefähig: KI im handlungsorientierten Unterricht: Der KI-Einsatz erfolgt bei der Analyse digitaler Fußabdrücke, der Erkennung von Fake News und der Reflexion ethischer Fragestellungen. Lernende erstellen eigene digitale Produkte, diskutieren Chancen und Risiken von KI und trainieren den kritischen Umgang mit Medien.

Sonderpreis Schule und Beruf (Bündnis Duale Berufsausbildung):

  • BBS Technik Cloppenburg (Stanislav Pisarenko): Datenschutzkonforme Implementation einer Support-KI: Die Lernenden entwickeln eine KI-gestützte Supportlösung für die Webseite eines Unternehmens. Der KI-Einsatz erfolgt bei der automatisierten Beantwortung von Kundenanfragen und der Verarbeitung von strukturiertem Unternehmenswissen. Die Schülerinnen und Schüler planen die Architektur, integrieren die KI in eine Webanwendung und reflektieren rechtliche sowie ethische Aspekte wie Datenschutz und Datenqualität.

Hintergrund

Ziel des jährlich stattfindenden Wettbewerbs ist es, innovative und nachhaltige Einsatzmöglichkeiten von Künstlicher Intelligenz im Unterricht sichtbar zu machen, die Effizienz und Qualität der beruflichen Bildung weiter zu stärken und damit einen wichtigen Beitrag zur Vorbereitung der Fachkräfte von morgen auf die digitale Arbeitswelt zu leisten.

Der Wettbewerb richtet sich an Lehrkräfte aller Schulformen und Fächer an öffentlichen berufsbildenden Schulen und an Studienseminaren für BBS in Niedersachsen. Er wird gemeinsam vom Niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Bauen, dem Bündnis für Duale Ausbildung (BDB) sowie der Industrie- und Handelskammer (IHK) Hannover durchgeführt

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