BIBB-Report: Analyse der Ausbildungsberufe in Bezug auf die benötigten Fähigkeiten
In der Regel wird bei der Beschreibung der Berufe zwischen dualer und schulischer Ausbildung unterschieden. Der neue Report des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) wählt einen anderen Weg und unterteilt sie in berufliche Segmente. Die Idee dahinter ist, die Komplexität der beruflichen Ausbildung überschaubarer zu machen, ungleiche Arbeitsmarktbedingungen sichtbar werden zu lassen und gezielte Verbesserungsmaßnahmen zu entwickeln. Lesen Sie hier die wichtigsten Erkenntnisse.
Die vier Segmente basieren auf der Analyse von 338 dualen und schulischen Ausbildungsberufen. Dafür haben die Forschenden im ersten Schritt berufliche Fähigkeitsprofile nach Berufsspezifität, Betriebsspezifität und kognitivem Anforderungsniveau und miteinander verglichen. Die kognitiven Anforderungen sowie der Umfang der vermittelten berufsspezifischen und betriebsspezifischen Fähigkeiten variieren von Beruf zu Beruf zum Teil erheblich.
Die Analyse ergab vier Fähigkeitsprofile:
- Im Fähigkeitsprofil 1 weisen die Ausbildungsberufe eine hohe berufliche Spezifität auf. Das durchschnittliche kognitive Anforderungsniveau ist niedriger.
- Das Fähigkeitsprofil 2 zeichnet sich auch durch eine überdurchschnittliche berufliche Spezifität aus. Die Berufe haben allerdings häufig ein hohes kognitives Anforderungsniveau.
- Die Berufe im Fähigkeitsprofil 3 zeichnen sich vor allem durch eine hohe Betriebsspezifität aus. Sie weisen Differenzierungsmöglichkeiten der Curricula auf, beinhalten also Fachrichtungen oder Wahlqualifikationen.
- Das Fähigkeitsprofil 4 versammelt Berufe mit einer geringen Berufsspezifität, die stärker allgemeine Fähigkeiten vermitteln. Zudem zeichnen sich die Berufe durch höhere kognitive Anforderungsniveaus aus.
Die vier Fähigkeitsprofile unterscheiden sich stark in der Anzahl der zugehörigen dualen und schulischen Ausbildungsberufe. Duale Berufe kommen in allen vier Profilen vor, schulische Berufe sind nur in den Profilen 1 und 2 enthalten.
Im zweiten Schritt wurden Zusammenhänge zwischen den Fähigkeitsprofilen und 1) dem Grad der Bindung zwischen Betrieben und Auszubildenden, 2) den damit verbundenen Gratifikationen (Vergütung und Ansehen) sowie 3) den Zugangschancen nach schulischer Vorbildung untersucht. Auch hier ergaben sich zwischen den vier Fähigkeitsprofilen interessante Unterschiede, wie man der nachfolgenden Tabelle entnehmen kann.
Ferner untersucht die Analyse, wie die Geschlechterzusammensetzung in den Segmenten ist und ob sie Unterschiede im Risiko für vorzeitige Vertragslösungen aufweisen. Wenn Sie mehr darüber erfahren wollen, empfehlen wir die Lektüre des BIBB-Reports.
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