Berufliche Schulen für das KI-Zeitalter stärken
Berufliche Schulen spielen eine Schlüsselrolle für die Fachkräftesicherung in Deutschland. Gleichzeitig verändern Digitalisierung und Künstliche Intelligenz (KI) die Arbeitswelt in rasantem Tempo – und damit auch die Anforderungen an Berufliche Bildung und Unterricht. Wie berufliche Schulen diese Entwicklungen mitgestalten können, haben heute rund 300 Expertinnen und Experten aus Politik, Wissenschaft, Bildung und Praxis auf einer Fachtagung des Paktes für berufliche Schulen in Hamburg beraten.
Im Mittelpunkt der heutigen Veranstaltung stand die Frage, wie Schul- und Unterrichtsentwicklung an beruflichen Schulen mit Digitalisierung und KI weiter vorangebracht werden können. In elf Fachworkshops erarbeiteten die Teilnehmenden Handlungsempfehlungen für aktuelle Herausforderungen – von digitalen Lernkonzepten über Kompetenzen für die Arbeitswelt von morgen bis hin zu Fragen der Chancengerechtigkeit und der Zusammenarbeit zwischen Schulen und Betrieben.
Gastgeberin Katharina von Fintel, Staatsrätin der Behörde für Schule, Familie und Berufsbildung der Freien und Hansestadt Hamburg, sagt: „Berufliche Schulen sind dort gefragt, wo die Transformation unserer Wirtschaft konkret wird. Sie qualifizieren die Fachkräfte von morgen und begleiten Betriebe bei der Einführung neuer Technologien. Digitalisierung und Künstliche Intelligenz eröffnen dabei große Chancen für das Lernen und Lehren. Die Fachtagung bringt Expertise aus ganz Deutschland zusammen und liefert wichtige Impulse für die Weiterentwicklung der beruflichen Bildung.“
Jessica Heide, Staatssekretärin im Ministerium für Bildung und Kultur des Saarlandes und Ko-Vorsitzende des Rates für den Pakt für berufliche Schulen, erklärt: „Digitalisierung und Künstliche Intelligenz verändern die Arbeitswelt tiefgreifend – und damit auch die Anforderungen an berufliche Bildung. Digitale Kompetenzen sind heute ein prägender Bestandteil beruflicher Qualifizierung. Berufliche Schulen sind dabei Innovationsräume und wichtige Brückenbauer zwischen Theorie und Praxis. Denn hier entscheidet sich, ob junge Menschen die Kompetenzen erwerben, die sie für die Arbeitswelt von morgen brauchen. Deshalb wollen wir diesen Wandel gemeinsam mit Schulen, Betrieben, Wissenschaft und unseren Partnern im Pakt für berufliche Schulen aktiv gestalten.“
Die an der Hamburger Beruflichen Schule für Medien und Kommunikation (BS 17) durchgeführte Fachtagung bildet einen wichtigen Schritt im zweiten Arbeitszyklus des Paktes. Die erarbeiteten Impulse und Empfehlungen werden in den kommenden Wochen zu konkreten Handlungsempfehlungen zusammengefasst und sollen im September 2026 im Rat für den Pakt für berufliche Schulen beraten und beschlossen werden. Anschließend begleitet die Kommission für berufliche Bildung und Weiterbildung (KomBBW) die Umsetzung in den Ländern.
Hintergrund
Der Pakt für berufliche Schulen bringt Akteure aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Gewerkschaften, Kommunen und Bildungspraxis zusammen, um die beruflichen Schulen angesichts von Digitalisierung, demografischem Wandel und wirtschaftlicher Transformation zu stärken und zukunftsfähig weiterzuentwickeln.
Der Pakt wurde 2024 von Bund und Bildungsministerkonferenz ins Leben gerufen. Die operative Begleitung der Paktarbeit erfolgt durch die Kerngruppe, die sich aus Vertretungen der Kultusministerkonferenz, des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, Soziales, Familie und Jugend sowie der Sozialpartner zusammensetzt. Den Co-Vorsitz auf Bundesseite nimmt Dr. Catrin Hannken wahr. Auf KMK-Seite ist Dr. Sandra Garbade, Geschäftsführerin des Hamburger Instituts für Berufliche Bildung, der Co-Vorsitz als Mitglied der KomBBW übertragen worden.
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